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Die Hypothekarsätze sind so tief wie nie zuvor. Wer die Tragbarkeitshürde nimmt, sollte einen Eigenheimkauf in Erwägung ziehen. Ein Kommentar von FuW-Chefredaktor Jan Schwalbe.

«Kaufen ist so attraktiv wie nie zuvor.»

Hatten Sie sich auch so gefreut, als Sie Ihre zehnjährige Hypothek vor zwei Jahren für 1,5% abgeschlossen hatten? Wer hätte damals schon gedacht, dass die gleiche Hypothek jetzt für die Hälfte zu haben sein würde. Wer heute für sein Eigenheim 500 000 Fr. Fremdkapital aufnimmt, bezahlt als reine Zinskosten läppische 300 Fr. pro Monat.

Wer da noch mietet, ist selbst schuld, wird manch einer sagen und hat damit weitgehend recht. Kaufen ist so attraktiv wie nie zuvor – wenn da nicht die Tragbarkeit und die Angst vor einem Immobiliencrash wären. Zuerst zur Tragbarkeit. Die Banken haben ihre Anforderungen, was die Vergabe von Hypotheken betrifft, trotz oder gerade wegen der auf lange Sicht niedrigen Zinsen verschärft: 20% Eigenkapital und dazu ein enorm hohes Jahreseinkommen, um die kalkulatorische Tragbarkeit zu sichern. Für einen grossen Teil der Bevölkerung ist das schon das Ende vom Eigenheimtraum.

Wer die hohe Tragbarkeitshürde allerdings nimmt, sollte den Besichtigungstermin buchen. Doch Moment – wie steht es um den Immobilienmarkt? Immer wieder ist von überhöhten Preisen die Rede. Niemand will das Objekt der Begierde genau dann kaufen, wenn es am teuersten ist.

Die Immobilienpreise sind in den letzten fünfzig Jahren in der Schweiz deutlich schneller gestiegen als Einkommen und Mieten. Das kann man nicht vom Tisch wischen. Dennoch. In den letzten Jahren haben sich die Preise eingependelt. Je nach Region sind sie sogar zurückgekommen. Der Markt ist nicht überhitzt. Wer bereit und in der Lage ist, sein Eigenkapital lange Zeit zu binden, um aus seinem Home sein Castle zu machen, der sollte das tun.

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