Unternehmen / Industrie

«Jetzt zurückzutreten, wäre wie Verrat»

Peter Spuhler, Verwaltungsratspräsident und CEO von Stadler Rail, spricht über umstrittene Leasinggeschäfte, die Situation in Belarus und sein Doppelmandat.

Seit Stadlers Börsengang sorgt ein Thema immer wieder für Aufsehen: die Geschäfte mit nahestehenden Gesellschaften. Über seine Privatholding PCS (für Peter Christian Spuhler) greift Peter Spuhler Bahnbetreibern bei der Finanzierung von Stadler-Fahrzeugen unter die Arme und verhilft Stadler so zu mehr Umsatz. Im Interview äussert er sich zu dieser Geschäftspraxis sowie zum Standort in Belarus und sagt, warum er im Moment unmöglich als CEO zurücktreten könne.

Herr Spuhler, Sie sind auch eine Art Bank. Wenn einer Bahngesellschaft das Geld fehlt, um bei Stadler Rail Züge zu kaufen, helfen Sie schon mal mit einem Kredit aus. Einigen Investoren erscheint das dubios.
Im Investitionsgüterbereich sind solche Finanzierungen üblich und können unseren Kunden einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil bieten. Unsere Konkur­renten nutzen ebenfalls solche Finanzierungstools. Über die letzten sechs Jahre haben wir einen Auftragseingang von rund 28 Mrd. Fr. verbuchen können. Davon war die PCS-Holding bei gerade einmal 3,7% in die Finanzierung involviert. Von diesem Finanzierungsvolumen hat sie ein Eigenkapital von maximal 15% zur Verfügung gestellt, das restliche Kapital wurde über Banken finanziert. Über eine Zeitspanne von sechs Jahren ergibt das ein Finanzierungsvolumen von PCS von knapp über 100 Mio. In dieser Grössenordnung ist das absolut unwesentlich.

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