Märkte / Aktien

«Notenbanken waren die längste Zeit unabhängig»

Joachim Fels, Global Economic Advisor bei Pimco, erwartet so schnell kein Ende der negativen Realrenditen und empfiehlt Investitionen in reale Vermögenswerte.

Die Pandemie wird vielerlei – auch dauerhafte – Spuren hinterlassen. Die Inflationstoleranz der Notenbanken ist erhöht, die Realzinsen sind ­vielerorts negativ. Doch Joachim Fels ortet durchaus auch positive Folgen dieser Krise. Der Ökonom blickt auf eine lange Karriere in der Finanzbranche zurück. ­Bevor er 2015 die Position als Global ­Economic Advisor beim Anleihenspezialisten Pimco übernahm, trug er Verantwortung als Global Chief Economist bei Morgan Stanley und war zuvor bei Goldman Sachs tätig.

Herr Fels, hinkt die US-Notenbank Fed der Entwicklung hinterher und agiert zu spät, was die Straffung der monetären Zügel betrifft?
Nein, die Märkte haben zu viele Zinserhöhungen und einen zu frühen Beginn der Straffung eingepreist. Insofern sind der Anstieg der Kurzfristzinsen und die damit verbundene Verflachung der Zinsstrukturkurve übertrieben. Natürlich wird die Geduld der Notenbank durch die hohe In­flationsrate strapaziert, aber die lockere Geldpolitik ist nicht der Treiber der aktuellen Preisdynamik. Die Teuerung geht auf einen positiven Nachfrageschock nach der Öffnung der Wirtschaft zurück und einen gleichzeitig stattfindenden negativen Angebotsschock, mit Engpässen in der Produktion und den globalen Lieferketten. Das Fed wird sich dadurch nicht aus der Ruhe bringen lassen.

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