Märkte / Aktien

Schweizer Börse beendet die Woche im Minus

Der letzte Handelstag der Woche ist ganz im Zeichen des Handelsstreits und dem Wahlgewinn der Tories in Grossbritannien gestanden. Der SMI schliesst im Minus.

(AWP/CF) Der Schweizer Aktienmarkt hat am Nachmittag die Gewinne vom Vormittag abgegeben und schliesst im Minus. Der letzte Handelstag der Woche ist ganz im Zeichen der neuesten Entwicklungen im Handelsstreit sowie dem Wahlgewinn der Tories in Grossbritannien gestanden.

USA und China sind auf gutem Weg, ihren jahrelangen Handelsstreit teilweise beizulegen. Dies haben beide Lager am Freitag bestätigt. China zufolge gibt es eine Einigung mit den USA auf den Kontext der ersten Phase eines Handelsabkommens (lesen Sie hier mehr). Die für Sonntag geplanten neuen Strafzölle seien vom Tisch, sagt Donald Trump. Die US-Leitindizes erklimmen bis zum hiesigen Börsenschluss Rekordhochs.

Kurz vor der Pressekonferenz des chinesischen Handelsministeriums hat wie am Vortag ein Tweet von US-Präsident Donald Trump für Aufregung gesorgt.

Zykliker an der Spitze

Hierzulande haben Zykliker sowie die Luxusgüterhersteller Swatch Group (+0,1%) und Richemont (+0,2%) an der Spitze des Leitindex gelegen. Richemont ist zudem eine Ratinganpassung zugute gekommen. Julius Bär hat das Rating für Richemont von «Halten» auf «Kaufen» hochgestuft und das Kursziel von 78 auf 83 Fr. erhöht. Die beiden Grossbanken Credit Suisse (–0,3%%) und UBS (+0,7%) haben sich uneinheitlich entwickelt.

Im unteren Mittelfeld haben die SMI-Schwergewichte Nestlé (–0,1%), Novartis (–0,1%) und Roche (–0,6%) gelegen, die damit den Markt aufgehalten haben. Roche (ROG 345.8 0.04%) hat in einer weiteren Phase-III-Studie ihre Ziele erreicht. So ist es gelungen, mit einer Kombinationstherapie statistisch signifikante Verbesserungen bei Menschen zu erzielen, die an einer bestimmten Form von Hautkrebs leiden (lesen Sie hier mehr).

Im breiten Markt sind AMS (+2%) herausgestochen. Die Deutsche Bank (DBK 9.524 -3.47%) hat die Bewertung der Titel mit einer Kaufempfehlung wieder aufgenommen. Der Experte geht davon aus, dass die Übernahme von Osram (OSR 47.76 -0.19%) schnell zu Kostensynergien führen sollte.

Überdurchschnittlich haben sich Julius Bär (+1,4%) verteuert. Der Privatbank wird in einem Medienbericht erneut ein Interesse am kleineren Konkurrenten EFG (EFGN 6.19 -2.98%) nachgesagt. Das Finanznewsportal «Inside Paradeplatz» berichtet über Gespräche auf oberster Ebene. EFG klettern auch.

Eine Übersicht über die Gewinner und die Verlierer finden Sie hier.

Dax steigt klar

Die Aussichten auf einen Ausweg aus der Brexit-Sackgasse und das Teilshandelsabkommen zwischen den USA und China haben am Freitag in Deutschland ein Kursfeuerwerk ausgelöst. Der Dax (DAX 13579.33 -0.62%) schliesst im Plus. «Anleger haben zwei der grössten Geschenke auf ihrem Wunschzettel bekommen», sagte Analyst Sean Callow von der Westpac Bank. «Daran sollten sie zumindest eine Weile Freude haben.»

Der Euro Stoxx 50 (+0,8%) hat am Freitag zwischenzeitlich den höchsten Stand seit gut viereinhalb Jahren verzeichnet. Auch der britische Nebenwerte-Index, in dem meist vom Heimatmarkt abhängige Firmen notiert sind, hat zwischenzeitlich knapp 7% gewonnen und so hoch wie noch nie notiert. Der irische Leitindex, der ebenfalls sensibel auf Nachrichten rund um den Brexit reagiert, ist derweil auf ein Zwölfjahreshoch geklettert. Die als sicher geltenden deutsche Bundesanleihen sind dagegen aus den Depots geflogen.

Der Euro und das britische Pfund haben am Freitag klar vom Wahlsieg der konservativen Partei in Grossbritannien profitiert. Der Euro in US-Dollar (EURUSD 1.08471 0.55%) steigt zwischenzeitlich auf den höchsten Stand seit Mitte August.

Der Euro in Franken (EURCHF 1.06069 -0.05%) verteuert sich ebenfalls. Und auch der US-Dollar in Franken (USDCHF 0.97816 -0.57%) kann aufholen. Das britische Pfund in US-Dollar und das britische Pfund in Euro legen noch deutlicher zu.

Der Ölpreis knüpft derweil am Freitag an seine Aufschläge vom Vortag an. Im frühen Handel kosten ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 58.44 -1.53%) wie auch ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI (WTI 53.4 -0.63%)) mehr.