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JPMorgan und Citigroup enttäuschen

Drei US-Banken haben ihre Resultate zum Schlussquartal vorgelegt. Nur Wells Fargo kann überzeugen.

 

(Reuters) Der US-Bankenprimus JP Morgan hat im Schlussquartal 14% weniger Gewinn erzielt. JP Morgan erwirtschaftete von Oktober bis Dezember einen Gewinn von 10,4 Mrd. $, nach 12,1 Mrd. vor Jahresfrist, wie die grösste US-Bank am Freitag mitteilte. Während das Geschäft mit Fusionen und Übernahmen florierte, entwickelte sich insbesondere das Handelsgeschäft im Schlussquartal schwächer. Aktien von JP Morgan waren mit einem Abschlag von mehr als fünf Prozent der grösste Verlierer im Dow-Index.

Amerikanische Grossbanken profitierten zuletzt auch von gestiegenen Konsumausgaben der Verbraucher. «Die Wirtschaft entwickelt sich weiterhin recht gut, trotz des Gegenwinds durch die Omikron-Variante, Inflation und Engpässen in der Lieferkette», sagte Vorstandschef Jamie Dimon. Die Kreditqualität sei weiterhin gut und die Nachfrage nach Darlehen sei gestiegen. Die Bank löste 1,8 Mrd. $ an Rückstellungen für faule Kredite auf, die sie wegen der Corona-Krise gebildet hatte. Die Einnahmen von JP Morgan stagnierten nahezu bei 30,3 Mrd. $.

Investmentbank rettet Citigroup

Der Gewinn der Citigroup (C 62.70 -0.90%) ist in den Schlussmonaten des vergangenen Jahres um mehr als ein Viertel eingebrochen. Starke Zuwächse im Investmentbanking sorgten aber dafür, dass die Bank im vierten Quartal dennoch mehr verdiente als Analysten ihr zugetraut hatten. Der Finanzkonzern erzielte im Zeitraum Oktober bis Dezember einen Gewinn von 3,2 Mrd. $ – ein Rückgang von 26% binnen Jahresfrist, wie die US-Grossbank am Freitag mitteilte. Pro Aktie erzielte das Geldhaus einen Gewinn von 1.46 $. Analysten hatten lediglich 1.38 $ erwartet. Dennoch verloren die Titel zu Beginn des Handelstags 3%.

Citigroup hatte zuletzt mit höheren Kosten zu kämpfen im Zusammenhang mit der Behebung von Schwachstellen, die die Aufseher bei den Kontrollsystemen des Instituts ausgemacht hatten. Die Bank hat unter der Führung von Konzernchefin Jane Fraser einen Umbau eingeleitet und trennt sich von Privatkunden-Sparten ausserhalb der USA. So hatte Citigroup zuvor am Freitag mitgeteilt, sein Privatkundengeschäft in Indonesien, Malaysia, Thailand und Vietnam für 3,7 Mrd. $ an den in Singapur ansässigen Rivalen United Overseas Bank zu verkaufen.

Wells Fargo profitiert von Sondereinnahmen

Einnahmen aus dem Verkauf von Geschäftsaktivitäten haben Wells Fargo in den Schlussmonaten des vergangenen Jahres zu einem Gewinnschub verholfen. Der viertgrösste Finanzkonzern der USA erzielte im vierten Quartal einen Überschuss von 5,8 Mrd. $ nach 3,09 Mrd. vor Jahresfrist, wie Wells Fargo am Freitag mitteilte. Pro Aktie stand ein Gewinn von 1.38 $ je Aktie zu Buche. Analysten hatten mit 1.13 $ je Aktie gerechnet. In diesem Fall honorierten die Anleger das Resultat mit anfänglichen Kursgewinnen von 2%.

Wells Fargo hatte im vergangenen Jahr seine Asset-Management- und Corporate-Trust-Geschäfte verkauft. Dies schob die Gewinne im Quartal um 943 Mio. $ an.

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