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JPMorgan zeigt Bedauern nach Super-League-Debakel

Die amerikanische Grossbank sollte das europäische Ausreisserprojekt finanzieren, hat die Fehleinschätzung jetzt jedoch eingesehen.

(Reuters) Die US-Grossbank JPMorgan hat ihre Beteiligung als Finanzinvestor an dem krachend geplatzten Fussball-Projekt einer europäischen Super League als Fehleinschätzung bedauert. «Wir haben eindeutig falsch eingeschätzt, wie dieser Deal in der breiteren Fussball-Gemeinschaft gesehen werden würde und wie er sie in Zukunft beeinflussen könnte», sagte ein Vertreter der Bank am Freitag. «Wir werden daraus lernen.» Das umstrittene Milliarden-Vorhaben sollte der Champions League des europäischen Fussballverbandes Uefa Konkurrenz machen, war aber bereits am Mittwoch nach nur 48 Stunden durch massiven Druck von Fussball-Fans, der nationalen Verbände und aus der Politik zu Fall gebracht worden, nachdem sich die meisten der zwölf Gründungsmitglieder aus England, Italien und Spanien wieder zurückzogen.

JPMorgen wollte den Gründungsklubs zur Finanzierung der Super League 3,5 Mrd. € bereitstellen. Das Geld war nach Angaben der Bank für die Infrastruktur und die Erholung von den Folgen der Corona-Pandemie vorgesehen gewesen. Zuletzt standen nur noch Real Madrid und der FC Barcelona zu dem Projekt. Manchester City, Manchester United (MANU 14.92 0%), Liverpool, Chelsea, Arsenal und Tottenham Hotspur sowie Atletico Madrid, Juventus Turin, Inter Mailand und AC Mailand haben sich nach der massiven Kritik zurückgezogen. Die Kritik an der Super League hatte sich vor allem daran entzündet, dass 15 der 20 angedachten Mannschaften unabhängig vom sportlichen Abschneiden daran teilnehmen sollten. Zudem wird den Gründungsvereinen vorgeworfen, sie hätten mit dem Milliarden-Projekt nur einen Ausweg aus ihren finanziellen Nöten gesucht, nachdem sie über Jahre zu viel Geld ausgegeben hätten.