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Julius-Bär-CEO: Sehen uns nicht als Übernahmekandidaten

Philipp Rickenbacher sagt in einem Interview, wie er die Privatbank via Akquisitionen erweitern will.

(AWP) Die Bank Julius Bär (BAER 62.86 -1.41%) will auch via Akquisitionen wachsen. Sein eigenes Institut betrachte er aber nicht als Übernahmekandidaten, sagte CEO Philipp Rickenbacher in einem Interview mit dem Finanzportal Finews vom Montag. Er glaube, dass die Unabhängigkeit das richtige Geschäftsmodell sei.

«Wir sind eine grosse und selbständige Kraft am Markt», sagte der CEO weiter. Die Börse gebe ihm Recht, dass die Strategie richtig sei. Das Universalbank-Modell der Grossbanken habe zwar sicherlich seine Berechtigung, aber es sei klar ein anderes als jenes von Julius Bär.

Die Bank selbst könne zum einen organisch wachsen, indem sie das Geschäft mit neuen Kundenberatern selber weiter ausbaue. «Das wird immer ein wichtiger Bestandteil unserer Strategie sein», sagte Rickenbacher.

Aber auch Akquisitionen seine eine weitere Option. Die Bank richte derzeit den Fokus auf 15 Kernmärkte global. Wenn Julius Bär die Möglichkeit habe, in einem dieser Märkte eine grössere kritische Masse zu generieren, «dann werden wir das sicherlich tun», so der CEO weiter.

«Relevante Grösse»

«Das Übernahmeobjekt sollte eine relevante Grösse haben», ergänzte Rickenbacher. «Bei unserem gesamten Kundenvermögen von fast 500 Mrd. Fr. machen kleinere Akquisitionen von ein paar Mrd. Fr. keinen Sinn».

Allerdings müssen man sich auch bewusst sein, dass aktuell kein Käufermarkt bestehe. Derzeit wolle kaum jemand aus der Vermögensverwaltung aussteigen. Aus guten wie aus schlechten Gründen.

In der Schweiz sehe er für Julius Bär derweil eine grössere, «vor allem breitere Rolle». Hierzulande müsse die Bank mehr Präsenz zeigen. «Vielleicht haben wir eines Tages ein Haus hier in Zürich, das wir rot-weiss bemalen, um unser Schweizer Geschäft zu betonen», sage Rickenbacher.

Im Weiteren gebe es immer weniger Rechtsfälle, die die Julius Bär belasten würden. «In unserem Jahresbericht sehen Sie transparent, was noch da ist», so Rickenbacher. Er sehe darin keine Überraschungen mehr.