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Julius Bär muss sich erneut einer Klage stellen

Eine litauische Gesellschaft klagt die Zürcher Privatbank über 335 Mio. € ein. Bereits 2018 kam es zu einer Klage.

(AWP) Der Fall einer sich in Liquidation befindlichen litauischen Gesellschaft lässt die Privatbank Julius Bär (BAER 40 0%) nicht los. Diese hat nun in Genf ein Verfahren gegen Julius Bär eingeleitet, wobei sie von der Schweizer Bank 335 Mio. € plus Zinsen seit Dezember 2011 fordert.

Die Bank weise die Forderung «nach wie vor entschieden zurück» und habe Massnahmen zum Schutz ihrer Interessen gefordert, teilte Julius Bär am Donnerstag mit. Beim Kläger dürfte es sich um den Liquidator der ehemaligen litauischen Bank Snoras handeln.

Klage in Litauen abgewiesen

Julius Bär sei seit Jahren mit einer Forderung seitens des Liquidators der litauischen Gesellschaft konfrontiert, schreibt die Zürcher Bank in ihrer Mitteilung. Dieser mache geltend, dass Julius Bär nicht verhindert habe, dass vor rund zehn Jahren zwei Kunden Vermögenswerte dieser litauischen Gesellschaft veruntreut hätten.

Der Liquidator hatte gemäss der Mitteilung bereits in Litauen eine Klage in Höhe von 306 Mio. € gegen die Bank eingeleitet. Laut Julius Bär hatte ein letztinstanzliches Gericht im Oktober 2018 die lokale Zuständigkeit verneint, wodurch das Verfahren in Litauen beendet wurde.

Notrettung

Die litauische Bank Snoras war 2011 nach einem Bankrun verstaatlicht worden. Nach der Notrettung leitete die Staatsanwaltschaft in der litauischen Hauptstadt Vilnius ein Verfahren gegen den russischen Banker Wladimir Antonow und den litauische Geschäftsmann Raimondas Baranaukas, die zwei Haupteigentümer der Bank, ein. Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden Geschäftsmännern Veruntreuung von über einer halben Milliarde Euro vor, sowie Dokumentfälschung, Unterschlagung und Geldwäsche.

Im Zusammenhang mit einem Rechtshilfegesuch der litauischen Behörden wegen des Bank Snoras-Konkurses hatte die Zürcher Staatsanwaltschaft im Sommer 2018 Konten bei verschiedenen Banken gesperrt. Gemäss den damaligen Medienberichten waren von diesen Sperrungen Konten bei der Bank Julius Bär und bei der Bank Syz betroffen.

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