Unternehmen / Finanz

Erfreuliches Déjà-vu bei Julius Bär

Analyse | Die Privatbank kann auch Anfang 2021 vom volatilen Marktumfeld profitieren und schafft sich damit eine solide Grundlage für das Gesamtjahr.

Der Zwischenbericht der Privatbank Julius Bär per Ende April hat Aspekte eines Déjà-vu: Erneut treibt ein aussergewöhnliches Marktumfeld die Kunden zum Handeln und bringt der Bank überraschend hohe Erträge. Zwar war die Bruttomarge – der Ertrag im Verhältnis zu den verwalteten Vermögen – im ersten Drittel des laufenden Jahres mit knapp 90 Basispunkten tiefer als noch 2020, als die extreme Marktvolatilität die Kennzahl auf 94 Basispunkte anhob. Gegenüber dem Gesamtjahr 2020 entsprechen sie jedoch einer Verbesserung.

Die verwalteten Vermögen, die dem Institut als Grundlage für den Ertrag dienen, liegen heuer zudem mit 470 Mrd. Fr. deutlich über dem Wert von vor einem Jahr, als der Coronacrash an den Börsen noch nicht ganz überwunden war. Es waren denn auch vor allem die Märkte, die den Stand der Kundengelder gehoben haben. Das annualisierte Nettoneugeldwachstum war mit knapp 4% seit Anfang Jahr nicht berauschend, aber auch keine bittere Enttäuschung.

Ziele übertroffen

Denn wichtiger für die Bank – und für ihre Eigentümer – ist die Kosteneffizienz und damit zusammenhängend die Nettomarge auf den verwalteten Vermögen. Und hier hat sich die Bank deutlich verbessern können. Das Kostenprogramm, das CEO Philipp Rickenbacher noch vor dem globalen Ausbruch der Pandemie lancierte, zeigt Wirkung. So kam das Kosten-Ertrags-Verhältnis bei rund 60% zu liegen und die Nettomarge – der Vorsteuergewinn im Verhältnis zu den verwalteten Vermögen – bei 36 Basispunkten. Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?