In entwickelten Volkswirtschaften werden die Menschen ­immer älter, und die Geburtenrate sinkt fortlaufend. Dieses demografische Phänomen ist seit langem offenkundig; wie die daraus entstehenden Herausforderungen zu bewältigen sind, ist weniger klar und gibt Anlass zu fruchtlosem Zwist in der Politik, siehe etwa das Thema Altersvorsorge hierzulande. Die Schweiz ist zwar auch am Überaltern, doch etliche andere Industriestaaten sind ihr voraus, wie Zahlen der Weltbank zum Anteil der über 65 Jahre alten Leute an der Gesamtbevölkerung zeigen. Die «Spitzengruppe» der zehnergrautesten Länder führt Japan an – das ja auch kaum Zuwanderung zulässt –, mit einem Anteil von 28%. Dass ausgerechnet Italien (23%) darauf folgt, war noch vor einemhalben Jahrhundert unvorstellbar. Die Schweiz ist mit 19% (Rang 25) etwas weniger überaltert als die drei grossen Nachbarländer. Spiegelbildlich präsentiert sich die Generationenverteilung in unterentwickelten Ländern, besonders in Afrika, das alle Top-Ten-Ränge besetzt, wenn es um den Anteil der Menschen bis höchstens 15 Jahre geht. In den Sahelstaaten Niger, Mali und Tschad erreicht dieser Wert fast 50%. Die Jugendlichkeit dieser Gesellschaften ist zwar vitalisierend und eine Riesenchance – doch sie trifft nur zu oft auf schwache Regierungsführung, Infrastruktur und Volkswirtschaft. Das führt tendenziell zu Auswanderungsdruck.