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Kalte Dusche für die Trump-Rally

Ein Schock aus dem Nichts rüttelt die Finanzmärkte wach. Drei Grafiken zum ersten Stolpern der Hausse seit Trumps Wahlsieg.

Peter Rohner

Die seit Trumps Wahlsieg anhaltende Aktienhausse hat den ersten grossen Dämpfer bekommen. Nach einer freundlichen Eröffnung rasselte der S&P 500 am Dienstag fast 1,7% in die Tiefe – ohne erkennbaren Grund.

Am Schluss resultierte ein Minus von 1,24%. Nach viel klingt das nicht. Doch das stellt den grössten Tagesverlust seit vergangenem Oktober dar.

Denn die Hausse der vergangenen Monate verlief auffällig geschmeidig und gleichmässig. Die Schwankungsbreite war gering.

Seit der Trump-Wahl gab es nur zwei Tage mit einer Indexveränderung – positiv oder negativ – von über 1%. Zuletzt am 1. März nach der Rede des Präsidenten vor dem Kongress und zuvor am 7. Dezember, als die Trump-Rally Fahrt aufgenommen hatte.

Auch die implizite Volatilität ist auf ein Rekordtief gefallen. Der Vix-Index, der die erwartete Schwankungsbreite des S&P 500 über dreissig Tage anhand der Optionspreise misst, hat sich seit Anfang November auf 11% halbiert.

Die Gelassenheit der Marktteilnehmer zeigte sich auch in der Wahrscheinlichkeit, die sie einem Crash in den nächsten Monaten zuordnen. Gemäss Daten der Fed-Distriktnotenbank Minneapolis, die auf Optionspreisen beruhen, liegt diese Unfallwahrscheinlichkeit bei 5% (über einen Zeitraum von sechs Monaten) und 10% (über ein Jahr). So gelassen waren die Börsianer seit 2008 nicht mehr.

Extrem «bullische» Investoren und hohe Bewertungen machen den Markt anfällig für eine Korrektur. Viel mehr lässt sich in die aktuelle Kursschwäche nicht reininterpretieren.