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Feuerpause im Handelskrieg

Die USA und China wollen Differenzen innerhalb von drei Monaten ausräumen. China sagt zu, mehr US-Produkte zu kaufen.

(Reuters) Die USA und China nähern sich einer Beilegung ihres Handelskonflikts. Bei einem zweieinhalbstündigen Arbeitsessen zum Schluss des G20-Gipfels in Argentinien vereinbarten US-Präsident Donald Trump und sein chinesischer Amtskollege Xi Jinping unter anderem, auf Zollerhöhungen ab Januar zu verzichten.

Beide Seiten wollten sich bemühen, binnen 90 Tagen ihre Streitigkeiten bei zahlreichen Punkten beizulegen, teilte das US-Präsidialamt am Samstag mit. Um das Ungleichgewicht im Handel abzubauen, habe China zugesagt, mehr US-Produkte zu kaufen. Beide Seiten sprachen von positiven und konstruktiven Gesprächen.

Zollerhöhung aufgeschoben

Trump sieht nach Angaben des Weissen Hauses davon ab, die Zölle auf chinesische Importgüter im Wert von weiteren 200 Mrd. $ ab Januar auf 25 Prozent zu erhöhen. Der Satz bleibe bei 10 %.

Auch China verzichte auf Gegenmassnahmen, sagte der chinesische Vize-Handelsminister Wang Shouwen. Trump hatte im Vorfeld des G20-Gipfels mit den höheren Zöllen gedroht, sollte das Treffen keinen Durchbruch bringen.

Der Verzicht auf Zollerhöhungen gelte für 90 Tage, erklärte das US-Präsidialamt. Sollte es bis dahin keine Vereinbarung zu einer Reihe von Handelsthemen geben, würden die Sätze angehoben. Konkret sprachen die USA von den Streitpunkten Technologietransfer, Schutz geistigen Eigentums, Handelsbarrieren, Cyber-Diebstahl und Landwirtschaft.

Auch Qualcomm profitiert

Die Regierung in Peking habe zugesagt, eine «sehr substanzielle» Menge Agrarprodukte, Industriegüter, Energieträger und andere Produkte aus den USA einzuführen. Zudem sei China offen, grünes Licht für eine Fusion der Halbleiterhersteller Qualcomm und NXP (NXPI 76.29 1.36%) zu geben, sollten die beiden Unternehmen entsprechende Pläne vorlegen.

Qualcomm hatte im Juli sein Kaufangebot für den niederländischen Rivalen zurückgezogen, weil China den Zusammenschluss nicht genehmigt hatte. Mit einem Volumen von etwa 44 Mrd. $ wäre es die größte Fusion in der Chipbranche gewesen.

Die USA hatten im September Zölle von 10% auf chinesische Importgüter im Wert von 200 Mrd. $ verhängt. Trump drohte zudem damit, auch weitere Güter für 267 Mrd. $ mit höheren Abgaben zu belegen. In den USA bekommen Unternehmen und Verbraucher die höheren Zölle zu spüren, weil die Preise für viele Waren «Made in China» steigen.

Das Treffen von Trump und Xi war mit Spannung erwartet worden. Die beiden weltweit führenden Volkswirtschaften streiten nicht nur in Handelsthemen. Auch chinesische Besitzansprüche im Südchinesischen Meer sowie die Fahrt von US-Kriegsschiffen durch die Strasse von Taiwan sorgt immer wieder für Aufruhr.

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