Märkte / Makro

Kanada erlebt einen Wirtschaftsboom mit Hindernissen

Die Notenbank erhöht schrittweise das Zinsniveau. Steuerliche Nachteile im Vergleich mit den USA und eine geringe Produktivität setzen den Unternehmen zu.

Kaum jemand zweifelt daran, dass Kanadas Notenbank diese Woche die Leitzinsen auf 1,75% erhöht. In den Mittelpunkt des Interesses ist indes die Frage gerückt, wie viele zusätzliche Zinserhöhungen die Wirtschaft noch verträgt. Als der Internationale Währungsfonds im Sommer Kanada einer eingehenden Analyse unterzog, rieten die Experten, die Zügel nicht zu sehr zu straffen. «Angesichts der erhöhten Unsicherheit sollte der Zinserhöhungszyklus mit Vorsicht fortgesetzt werden und sich nach den Wirtschaftsdaten richten, die künftig eintreffen», ist im Abschlussbericht des IWF zu lesen.

Kanada wächst wirtschaftlich kräftig. Die Kapazitäten der Unternehmen sind fast ausgelastet. Die gesamtwirtschaftliche Produktionslücke – die Abweichung der tatsächlichen Produktion vom geschätzten Potenzial – schloss sich 2017. Seither wächst die Wirtschaft überproportional. Davon profitieren die Bürger. Die Arbeitslosenrate liegt so tief wie seit vierzig Jahren nicht mehr. Die verfügbaren Einkommen steigen, auch dank der expansiven Fiskalpolitik der Regierung. Das kurbelt den privaten Konsum an: 2017 wuchs das Bruttoinlandprodukt beachtliche 3%. Im zweiten Quartal 2018 wurden annualisiert erneut 2,9% Wirtschaftswachstum erreicht.

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