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Kanadas Notenbank erhöht Zins kräftig

Die kanadische Notenbank vollzieht wegen der hohen Inflation die kräftigste Zinserhöhung seit 20 Jahren.

(Reuters) Kanadas Notenbank stemmt sich mit der kräftigsten Zinserhöhung seit mehr als 20 Jahren gegen die hohe Inflation im Land. Sie hob den geldpolitischen Schlüsselsatz am Mittwoch um einen halben Punkt auf 1,0% an. Es war der grösste Zinsschritt seit Mai 2000. Von Reuters befragte Experten hatten damit gerechnet. Die Währungshüter in Ottawa signalisierten zugleich, dass das Niveau wohl weiter angehoben werden muss, um die Inflation in Schach zu halten. Sie hatten Anfang März erstmals seit Oktober 2018 die Zinszügel angezogen.

Sie reagierten damit auch auf den Ausbruch des Krieges in der Ukraine, der die Energiepreise und damit die Inflation noch weiter in die Höhe treibt. Zuletzt war die Teuerungsrate mit 5,7% weit über das Ziel der Notenbank von zwei Prozent hinausgeschossen und hatte ein neues 30-Jahres-Hoch markiert.

Auch die US-Notenbank Fed hat angesichts hoher Inflation die Zinswende eingeleitet und will noch dieses Jahr nachlegen. Angesichts des rasanten Preisauftriebs dürfte sie kräftig an der Zinsschraube drehen. Sie hat den geldpolitischen Schlüsselsatz Mitte März um einen Viertel Prozentpunkt auf das Zinsniveau von 0,25 bis 0,50% erhöht. Die meisten von Reuters befragten Ökonomen erwarten aussergewöhnlich kräftige Erhöhungen im Mai und Juni um jeweils einen halben Prozentpunkt – es wäre der steilste Zinsanstieg seit 1994.