Märkte / Immobilien

Kanadas wilder Immobilienmarkt

Nach vier Rekordjahren geht die Nachfrage auf dem kanadischen Immobilienmarkt erstmals zurück. Viele Kräfte sind am Werk, und jede Provinz tickt anders.

Carla Palm, Victoria

Der kanadische Immobilienmarkt setzt zu einer interessanten Wende an. Noch im Februar war der durchschnittliche Preis für ein Einfamilienhaus auf den Rekordwert von 816’720 kan. $ gestiegen – das Neunfache eines typischen Haushaltseinkommens in Kanada, wie die Royal Bank of Canada (RBC) berechnet hat. Doch von März bis April gingen die Verkäufe von Eigenheimen im ganzen Land gleich zweistellig zurück, um 12,6% (vgl. Grafik). Die Benchmarkpreise für Einfamilienhäuser fielen um 0,6%.

Dies, nachdem es in den vergangenen vier Jahren nur bergaufgegangen war. Die Pandemie hatte sogar noch einmal für einen Extraschub gesorgt. Seit 2020 hatten die Immobilienpreise in Kanada um mehr als 50% angezogen. «Das war alles ein unhaltbarer Wahnsinn», sagt Robert Hogue, Ökonom der RBC. 

Verschuldung verteilt sich auf wenige Haushalte

Die Dynamik wäre vermutlich so weitergegangen, hätte nicht die kanadische Nationalbank (Bank of Canada, BoC) ein deutliches Zeichen gesetzt und die Zinsen Mitte April um einen halben Punkt auf 1% erhöht. Damit hat sie ihre lockere Rettungspolitik beendet, die das Land in der Coronapandemie wirtschaftlich stabil gehalten hatte. Weitere Zinsschritte werden für diesen Sommer noch erwartet.

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