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Karin Keller-Sutter will in den Bundesrat

Die FDP-Ständerätin stellt sich gemäss eigenen Angaben für die Nachfolge von Johann Schneider-Ammann «gerne zur Verfügung».

(AWP) Am Dienstagnachmittag hat die St. Galler FDP-Ständerätin Karin Keller-Sutter in Wil SG ihre Ambitionen auf einen Sitz im Bundesrat bekanntgegeben. Zuvor hatte sie sich lange bedeckt gehalten.

Sie werde sich der Partei für die Nachfolge von Johann Schneider-Ammann «gerne zur Verfügung stellen», sagte Karin Keller-Sutter zu Beginn der Medienorientierung in Wil. Sie haben sich in der letzten Woche mit ihrem Umfeld ausgetauscht und die Situation analysiert.

Sie gebe zu, dass sie sich vor nicht allzu langer Zeit diesen Entscheid nicht hätte vorstellen können. In den vergangenen sieben Jahren im Ständerat habe sie aber viel dazugelernt. Sie habe in Kommissionen mitgearbeitet und geholfen, Brücken zu bauen und Kompromisse zu finden. «Ich habe nun den Rücken und den Kopf frei für das Amt», sagte sie.

Über Parteigrenzen getragen

Sie habe das Gefühl erhalten, im Ständerat über die Parteigrenzen hinaus getragen zu werden. «Das gab mir den Mut, erneut anzutreten», sagt die Ständeratspräsidentin. Ihr Leben sei nicht immer gradlinig verlaufen. Sie habe gelernt, mit Tiefpunkten und Niederlagen umzugehen: So sei es ihr nicht vergönnt gewesen, Kinder zu haben und vor acht Jahren sei sie bei der Bundesratswahl gescheitert.

2010 trat sie noch als St. Galler Regierungsrätin nach dem Rücktritt von Hans-Rudolf Merz zu den Bundesratswahlen an, scheiterte aber im zweitletzten Wahlgang an Johann Schneider-Ammann und Jean-François Rime (SVP), die danach den Sitz unter sich ausmachten.

«Ich werde alles tun, um dieses Mal gewählt zu werden», sagte Karin Keller-Sutter. «Aber es kommt, wie es muss.» Sie wolle sich in den kommenden Jahren in den Dienst des Landes stellen.

Herausforderungen und Hürden

Karin Keller-Sutter war kurz nach dem Rücktritt von Johann Schneider-Ammann als Favoritin für eine Nachfolge im Bundesrat genannt worden, hatte sich aber zuerst Bedenkzeit ausbedungen.

Aus der Ostschweiz wird seit längerem wieder eine Vertretung im Bundesrat gefordert. Dies reiche aber nicht als einzige Qualifikation, betonte Keller-Sutter. Ihre Erfahrungen in der Bundespolitik, in der Privatwirtschaft, im internationalen Umfeld und im Verbandswesen seien eine gute Basis für dieses Amt.

Jetzt kämen Herausforderungen und Hürden auf sie zu, sagte die 54-Jährige. Zu Fragen des Tickets oder der Frauenvertretung im Bundesrat wollte sie sich nicht äussern.

Die FDP sieht folgendes Prozedere vor: Bis am 24. Oktober müssen die Kantonalparteien die Kandidaturen melden. Nominiert wird dann am 16. November durch die Fraktion. Am 5. Dezember finden schliesslich die Ersatzwahlen in den Bundesrat statt.

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