Meinungen

Kaufgelegenheit

Die Kursverluste der letzten Tage verunsichern die Anleger. Ein Kommentar von FuW-Chefredaktor Jan Schwalbe.

«Die Notenbanken stehen Gewehr bei Fuss, der Konjunkturzyklus steht am Anfang – und Alternativen zu Aktien? Fehlanzeige.»

Es rumpelt an den Aktienmärkten, ganz besonders in den USA und dort vor allem im Segment der Technologieaktien. Das Thema Inflation wird immer mehr diskutiert und sorgt dafür, dass Anleger ihre Gewinne realisieren. Doch wo geht es hin mit den Märkten? Um das herauszufinden, hilft oft ein Blick auf die sogenannten Fund Flows. Sie zeigen, wo das Kapital hinfliesst. Zwar ist die Betrachtung rückblickend, dennoch gelten die Flows als Trendbarometer.

Gemäss dem Datendienstleister TrimTabs ist die Nachfrage nach Exchange Traded Funds (ETF) auf US-Aktien noch immer enorm hoch. Insgesamt setzen Anleger vermehrt auf Titel aus der entwickelten Welt und weniger aus Emerging Markets. TrimTabs wertet den gegenwärtigen Kapitalfluss für die nächsten ein bis zwei Wochen als «somewhat bearish». Weitere Kursrückschläge würden demnach nicht überraschen.

Mittelfristig, das heisst in diesem Fall für die nächsten zwei Monate, sieht es allerdings gut aus. Der TrimTabs Demand Index, der die Nachfrage nach Aktien aufzeigt, notiert auf 52,1. Alle Werte über 50 gelten als bullish. Was zudem hilft: Die sogenannte Margin Debt – also Ausleihungen bei Finanzhäusern für den Kauf von Aktien – steigt in den USA noch immer. Solange das der Fall ist und keine deutliche Umkehr zu beobachten ist, sollte das die Anleger beruhigen.

Unter dem Strich sollten sich Investoren nicht verunsichern lassen. Kursrückschläge sind als Kaufgelegenheit zu werten. Die Notenbanken stehen Gewehr bei Fuss, der Konjunkturzyklus steht am Anfang – und Alternativen zu Aktien? Fehlanzeige.