Märkte / Makro

Kauflaune in Eurozone verbessert sich erneut

Die Einnahmen der Einzelhändler in der Eurozone legen im November um 0,2% zu. Jedoch stehen sie vor unsicheren Zeiten.

(Reuters) Die Einzelhändler in der Eurozone haben ihre Einnahmen zu Beginn des umsatzstarken vierten Quartal leicht gesteigert. Sie wuchsen um 0,2 % zum Vormonat, wie das Statistikamt Eurostat am Freitag mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit einem Plus in dieser Höhe gerechnet, nachdem es im September noch einen Rückgang von 0,4 % gegeben hatte. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es diesmal ein Plus von 1,4 %.

Angesichts der vierten Corona-Welle mit rekordhohen Infektionszahlen in Staaten wie Deutschland steht vielen Händlern in der Währungsunion ein schwieriges Weihnachtsgeschäft bevor. So dürfen in Deutschland Ungeimpfte nur noch in Läden des täglichen Bedarfs. Scharfe Kritik daran kam vom Einzelhandelsverband HDE, der die 2G-Vorgabe mitten im Weihnachtsgeschäft nicht für nachvollziehbar und auch verfassungswidrig hält.

Es gebe bereits eine Maskenpflicht und funktionierende Hygienekonzepte in den Läden, sagte HDE-Lobbyist Stefan Genth. Die Hoffnung auf einen versöhnlichen Abschluss in einem schwierigen Jahr mit Lockdowns sei nun zerstört. Mit dem Ausschluss von Ungeimpften (2G) müssten viele Betriebe mit Umsatzeinbussen von bis zu 50 % rechnen. Denn Kontrollen und lange Schlangen vor Läden würden viele Kunden abschrecken. Der HDE forderte deswegen grosszügigere staatliche Hilfen. Bei den Fixkosten-Zuschüssen sollten Anträge schon ab Umsatzeinbussen von 15 % möglich sein statt bisher 30 %. Ausserdem müssten die Höchstgrenzen der Hilfszahlungen deutlich nach oben gesetzt werden.

«Damit kommen wir der Rezession wieder ein Stück näher», sagte ING-Chefvolkswirt Carsten Brzeski zu den von Bund und Ländern beschlossenen Massnahmen. In den vergangenen Wochen hätten die Aktivitäten in Einzelhandel, Veranstaltungs- und Gastgewerbe schon deutlich abgenommen wegen der hohen Inzidenzen und Unsicherheiten. «Das nimmt jetzt nur noch zu», sagte Brzeski. «Trotz allem werden diese Massnahmen deutlich geringere negative Folgen haben als noch die Lockdowns 2020.»