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Kaum Applaus für Nestlé

Schweiz: Finanzaktien tendieren nach Yellen-Aussagen fester – Kauft Apple in Zukunft bei Meyer Burger?

Die Schweizer Börse machte Boden gut. Der Swiss-Market-Index (SMI) notierte 1,2% höher auf 8417,58.

Der Aktienmarkt wurde von Nestlé (–2,4% im Wochenvergleich) zurückgebunden. Die Aktien des Nahrungsmittelriesen verloren nach der Veröffentlichung der Jahreszahlen am Donnerstag an Terrain. Der schwache Markt in Europa sowie Unsicherheiten in den aufstrebenden Märkten belasteten das Ergebnis. Nestlé verpasste daher zum ersten Mal seit 2009 das Ziel von 5 bis 6% organischem Umsatzwachstum. Wegen Wechselkurseffekten und Portfolioumstrukturierungen fiel der Gewinn auf 10 Mrd. Fr. Wenig Freude bereitete den Anlegern zudem der vorsichtige Ausblick des Unternehmens und dass das Management mit Details zum angekündigten Aktienrückkaufprogramm geizte (vgl. Seite 7).

Schindler verkauft

Einen Rückschlag erlitten Schindler (N +0,9%). Die Titel des Aufzugherstellers verloren am Freitag nach der Publikation der Jahreszahlen 2013. Die nur knapp zweistellige operative Marge und die Abschwächung des Auftragseingangs im Schlussquartal verunsicherten die Anleger (vgl. Seite 9).

Am Berichtstag zurückgestuft wurden auch ABB (–0,5%). Ein rückgängiger Auftragseingang und geringe Wachstumsaussichten im laufenden Jahr drücken auf die Stimmung. Der Umsatz stieg 2013 in Lokalwährung 7% auf 41,8 Mrd. Fr., und der Gewinn 3% auf 2,8 Mrd. Fr. zu. Zudem soll die Dividende um 2 auf 70 Rappen pro Aktie erhöht werden (vgl. Seite 8). Zurich Insurance (Aktien +1,7%) erfüllten die Erwartungen der Anleger. Der Netto-Cashflow von 2,9 Mrd. Fr. reicht aus, um erneut eine Dividende von 17 Fr. je Aktie auszuzahlen. Die Titel tendierten am Donnerstag denn auch gegen den Markttrend fester (vgl. Seite 10). CS Group gewannen 3,4% und auch Swiss Life (–2,3%) avancierten. Die Titel profitierten von Aussagen der neuen US-Notenbankchefin Janet Yellen, die den Tapering-Fahrplan des Fed bekräftigte. Dies helle die Zinsperspektiven auf und werde mittelfristig die Margen der Finanzinstitute verbessern, hiess es am Markt. BKW (+2,5%) beendeten die Börsenwoche mit Aufschlägen. Der Stromkonzern verkauft den Grossteil seiner Schweizer Solaranlagen an die von ihm gegründete Swiss Solar Invest, die wiederum in die Hände der UBS Clean Energy Switzerland wechselt. Mit deren Anlageberaterin Fontavis vereinbarte BKW eine langfristige Zusammenarbeit für den Betrieb bestehender sowie für die Entwicklung und Realisierung weiterer Anlagen. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Meyer Burger (+12,2%) erhielten Aufwind durch Erwartungen, dass der US-Technologiegigant Apple für iPhones künftig stärker auf Saphirglas setzen dürfte. Das Thuner Unternehmen hat entsprechende Bearbeitungslösungen im Angebot. Der Broker Helvea verweist in einer aktuellen Studie auf mögliches Potenzial für Meyer Burger und stufte die Gesellschaft von «Sell» auf «Hold» herauf.

Aufwärtstrend gestoppt

Actelion kamen etwas zurück. Nachdem die Titel des Pharmakonzerns bereits im Vorjahr eine Spitzenperformance aufwiesen, laufen sie auch 2014 gut. Dieser Trend wurde vorerst gestoppt: Actelion verloren im Wochenvergleich 2,2%. Nach dem wenig überraschenden Jahresergebnis am Dienstag scheint das Potenzial der Aktien gemäss Analysten vorerst ausgereizt. Nun belasten Gewinnmitnahmen die Papiere.

Derweil ging es in Nobel Biocare (+0,7%) im Vorfeld der Publikation der Jahreszahlen vorwärts. Der Hersteller von Zahnimplantaten präsentiert am Dienstag sein Ergebnis für 2013. Dann dürfte das Unternehmen Aufschluss darüber geben, ob der Markt in Europa die von den Anlegern erhoffte und eingepreiste Erholung aufweist. Die Region ist für Nobel Biocare, wie auch für den hiesigen Konkurrenten Straumann (Aktien +3,3%), ein zentraler Umsatzpfeiler.

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