Märkte / Makro

Kein klares Inflationssignal der Geldmenge

In den meisten Ländern wächst die Geldmenge überdurchschnittlich stark. Trotzdem argumentieren viele Ökonomen, dass davon keine Inflationsgefahr ausgehe.

Seit Jahren fluten Notenbanken die Wirtschaft mit Liquidität. Die milliardenschweren Wertschriftenkaufprogramme, Kredithilfen und Deviseninterventionen bedeuten, dass die Notenbanken neues Geld schaffen. Viele Anleger machen sich daher seit Jahren Sorgen, dass diese Geldschwemme irgendwann die Inflation anheizen wird.

Nun scheint sich diese Befürchtung zu bewahrheiten. Die Inflationsraten schiessen in die Höhe. Rohstoffe, Industrieprodukte, Dienstleistungen werden teurer. Wirtschaftsforscher versuchen abzuschätzen, ob nun auch die Mieten und die Löhne steigen werden. Nur das Geldmengenwachstum spielt in der heiss geführten Inflationsdebatte plötzlich keine Rolle mehr.

«Erstmals seit Gründung der Währungsunion im Jahr 1999 wurde die Geldmenge auf der Pressekonferenz nach der Ratssitzung der Europäischen Zentralbank im Juli mit keinem Wort erwähnt», schreibt Commerzbank-Ökonom Michael Schubert etwas konsterniert. Dabei scheint doch genau ihr steiles Wachstum vergangenes Jahr die heutige Situation vorausgesagt zu haben.

So hoch wie in den Siebzigerjahren

In den USA wächst die Geldmenge mit einem Tempo, das zuletzt in den Siebzigerjahren erreicht wurde. Zu jener Zeit also, in der die Konsumentenpreise zweistellig wuchsen und die Inflation ausser Kontrolle zu geraten drohte.

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