Meinungen

Keine Entwarnung

Viele Aktienanleger werden langsam ungeduldig. Sie warten auf die Wende. Doch das wird noch eine Weile dauern. Ein Kommentar von FuW-Chefredaktor Jan Schwalbe.

«Erst wenn der Index wieder unter 20 fällt und sich dort auch für mindestens eine, besser zwei Wochen hält, dann ist Entwarnung angebracht.»

Ich kann die Rastlosigkeit der Anleger durchaus verstehen. In den letzten sechs Monaten kennt der Aktienmarkt nur eine Richtung: nach unten. Dazu sind die Kursschwankungen enorm, sodass zwischendurch immer wieder Hoffnung aufkeimt – die dann jäh zunichtegemacht wird.

Aktien sind weiter top

Doch wie lange noch? Sie wissen, dass ich Aktien weiterhin für die beste Anlageklasse halte. Langfristig führt daran kein Weg vorbei. Doch was das Timing anbelangt, wissen Sie auch, dass ich noch immer glaube, es ist keine Eile geboten, um in grossem Stil zuzukaufen. Wie ich mir diese Meinung gebildet habe? Neben den weithin bekannten Fundamentaldaten beobachte ich oft den Volatilitätsindex Vix. Dieses Angstbarometer misst die erwartete Schwankungsbreite des Marktes.

Derzeit steht der Vix knapp unter 30, was historisch hoch ist und stark schwankende Kurse spiegelt. Wie lange er da schon steht? Auch etwas mehr als sechs Monate. Im April fiel er ganz kurz unter 20, was eine leichte Entspannung signalisierte. Doch kurz darauf kletterte er über 30. Auch wenn der Vix kein Vorlaufindikator ist, halte ich mich eng an ihn, wenn es um Investmententscheide geht.

Achten Sie auf den Vix

Eine kleine Regel gefällig? Erst wenn der Index wieder unter 20 fällt und sich dort auch für mindestens eine, besser zwei Wochen hält, dann ist Entwarnung angebracht. Damit will ich nicht sagen, dass Sie die Fundamentaldaten ausser Acht lassen sollten. Auf keinen Fall! Doch in dem Moment, wenn Sie daran glauben, dass das Umfeld wieder stimmt, blicken Sie kurz auf den Vix. Steht er noch über 30, dann überdenken Sie Ihren Anlageentscheid doch nochmals.