Trotz Coronapandemie ist die Bereitschaft, öffentliche Entwicklungshilfe zu leisten, nicht gesunken. Im Gegenteil, ­namentlich wenn die Lieferung von Impfstoffen einbezogen wird: Im vergangenen Jahr stiegen die Ausgaben für öffent­liche Entwicklungshilfe in 29 OECD-Ländern 4,4% auf 179 Mrd. $. Auch ohne Impfstoffe resultierte eine Zunahme von 0,6%. Im Durchschnitt wurden 0,33% des Bruttonational­einkommens (früher: Bruttosozialprodukt) ausgegeben. Die Uno empfiehlt 0,7%, mehr als das Doppelte. Einzig Luxemburg, Norwegen, Schweden, Deutschland und Dänemark erfüllen diese Vorgabe. In den USA hat es hingegen Tradition, dass nicht in erster Linie der Staat, sondern reiche Private Geld für gute Zwecke lockermachen. Die Schweiz liegt mit 0,51% immerhin auf Rang acht. Zum ersten Mal seit fünf ­Jahren lag der Wert wieder über 0,5. Die Länder der Europäischen Union erreichten im Durchschnitt 0,49%. In absoluten Zahlen wurden in der Schweiz 3,6 Mrd. Fr. an öffentlicher Entwicklungshilfe ausgegeben, was Rang elf entspricht. Die Schweizer Bevölkerung spendet ausserdem einiges über ­private Kanäle für Entwicklungs- und Nothilfe. Gemäss den letzten verfügbaren Daten von 2020 waren es gemäss der Stiftung Zewo etwas über 2 Mrd. Fr., inklusive Erbschaften und Spenden von Institutionen. Seit 2006 haben sich die ­privaten Zuwendungen nahezu verdoppelt.