Meinungen

Keine Wunder

Der neue Chef der UBS-Vermögensverwaltung, Iqbal Khan, kocht auch nur mit Wasser. Ein Erfolg wie bei CS ist nicht programmiert. Ein Kommentar von FuW-Redaktor Valentin Ade.

«Der Erfolg hatte seinen Preis. Khan hat mehr Risiko ins Geschäft genommen. Geht dieses Spiel nach hinten los, ist der Effekt doppelt ­negativ.»

Das Volk liebt Heldengeschichten. Ein Einwandererjunge aus Dübendorf gilt nach steiler Karriere mit Anfang vierzig als Anwärter auf den Chefsessel der grössten Schweizer Banken. Blickt man aber hinter den Erfolg von Iqbal Khan als Chef der CS-Vermögensverwaltung, den er nun bei UBS (UBSG 12.125 -4.41%) wiederholen will, zeigt sich: Khan kocht auch nur mit Wasser (lesen Sie hier mehr).

Bei CS hat er schlicht die Kreditschleusen für die reiche Kundschaft geöffnet. Hochmargige Lombardkredite, besichert mit den Vermögenswerten der betuchten Kundschaft, brachten CS in den vergangenen Jahren nicht nur satte Zinseinnahmen. Investierten die Kunden die von der CS zur Verfügung gestellte Liquidität über die Bank wieder in die Märkte, verbuchte die Bank dies als Neugeld. Ein Schelm, wer hier ein «Buebetrickli» vermutet.

Doch der Erfolg hatte seinen Preis. Khan hat mehr Risiko ins Geschäft genommen. Geht dieses Spiel nach hinten los, ist der Effekt doppelt ­negativ, wenn Kredite ausfallen und Neugeld wegbricht. Und dabei betet CS-Chef Tidjane Thiam doch eigentlich das Mantra der risikoloseren, ertragsstabileren Bank rauf und runter.

Es wird sich zeigen, ob Khan bei der risikoscheueren UBS in gleicher Weise verfahren kann. Zudem muss dann auch wieder das Marktumfeld mitspielen. In Zeiten der Unsicherheit, wenn Kunden lieber hohe Cash-Bestände vorhalten als investieren, kann eine Bank die Kreditschleusen noch so weit aufmachen – wer ver­unsichert darüber ist, wo der Markt morgen steht, wird heute nicht kreditgefüttert drauflos investieren. Die Macht dies zu ändern, hat selbst ein Iqbal Khan nicht.