Welches Weinderl hätten Sie denn gern? Im Sinn der legendären beruferatenden TV-Show «Was bin ich?» sei aufgeklärt: Stutzen, Schläuche, die ganze Apparatur bilden das Herzstück einer Grosskellerei von Coop im Baselbiet – es sind also Kellermeister am Werk. Hier wird tonnenweise hiesiger Traubenmost vinifiziert, gerade jetzt, während der Lesezeit. ­Zudem werden in der Anlage Weine aus aller Welt gepflegt, veredelt und abgefüllt. Die Schweizer Winzer sehen die ­Importkonkurrenz nur ungern (die Ausfuhr schweizerischer Weine ist marginal), gerade jetzt: Die zeitweise Schliessung der Gastronomie wegen Corona hat den wichtigsten Absatzkanal der Rebbauern in Lavaux und La Cõte, im Wallis und in der Bündner Herrschaft etc. verstopft, wo doch die Lager zuvor schon übervoll waren. Klar, dass im Parlament sogleich Forderungen nach protektionistischen Massnahmen laut wurden. In diesen seltsamen Zeiten sind ordnungspolitische Hemmungen ohnehin démodé, auch in der sogenannten Mitte. Der Bundesrat will jedoch die Einfuhr nicht einschränken, was er schliesslich mit der Welthandelsorganisation WTO ausknobeln müsste. Noch mehr Staat hilft den hiesigen Winzern auf die Dauer nicht. Noch mehr Qualität eher.

(Bild: Gaetan Bally/Keystone)