Kernenergie sei eine veraltete Technologie, ein Auslaufmodell. So die oft wiederholte Argumentation der Kernkraftgegner – vor allem in Deutschland und der Schweiz. Das sind die Länder, die den Ausstieg aus der Kernkraft beschlossen haben. Ein Blick auf den Globus zeigt jedoch, dass diese Argumentation falsch ist. Die Forschung an neuen Reaktorgenerationen läuft international mit Hochdruck (die Schweiz hat sich mit dem Verbot neuer Kernkraftwerke aus dem Rennen genommen). Zudem ist der Stromanteil der Kernenergie weltweit steigend. Derzeit sind 450 Kernkraftwerke in Betrieb, sie produzieren rund 11% des globalen Strombedarfs. In 18 Ländern befinden sich überdies 55 Kernkraftwerke in Bau. An der Spitze stehen China mit zwölf und Indien mit sieben Anlagen. Die miserable Luftqualität in Metropolen wie Peking oder Delhi legt die Redimensionierung der Kohle (Kohle 66.6 0%) als Hauptenergieträger nahe. Der Trend bestätigt sich anhand der projektierten Kernkraftwerke. Es sind derzeit 120 Projekte in Bearbeitung. Auch da stehen China mit 43 und Indien mit 20 an der Spitze, Russland folgt mit 17. Der globale Anteil des Atomstroms wird in den kommenden Jahren steigen. Die Schweiz steht abseits: Ende 2019 wird mit Mühleberg das erste Kernkraftwerk vom Netz genommen – ersatzlos. Das wird zu mehr Importen führen, aus französischen Kern- und deutschen Kohlekraftwerken.