Der Kia Stonic ist nicht das Automobil, das schlaflose Nächte bereiten würde (ausser, wenn man schon so früh auf die Autobahn muss). Der Koreaner sieht ein bisschen so aus, wie alle kompakten SUV/Mini-Crossover derzeit auftreten, ein wenig Abenteuer im Stadt-Dschungel, ein bisschen mehr Bodenfreiheit.

Bei Kia geht es immer um das richtige Leben – und da obsiegt praktisch immer über schön, da ist flexibel wichtiger als aussergewöhnlich, da hat man lieber genügend Platz als zu wenig Raum. Die wichtigsten Verkaufsargumente scheinen derzeit die erhöhte Sitzposition und die bessere Übersicht über den Verkehr zu sein, kompakte SUV und Crossover verkaufen sich wie die Daten von Facebook.

Geschichte sehr übersichtlich

Die Sitze sind bequem, auch auf längeren Strecken, es gibt reichlich Raum, auch hinten (Kofferraumvolumen 352 bis 1155 Liter), was man als anständig bezeichnen darf für ein 4,14 Meter langes, 1,76 Meter breites und 1,50 Meter hohes Fahrzeug. Die Gestaltung des Cockpits ist nicht das, was man als «dernier cri» bezeichnen würde, es hat weiterhin etwas gar viel Hartplastik.

Dafür ist die ganze Geschichte sehr übersichtlich und die Bedienung vollkommen rätselfrei; einzig der Touchscreen ist etwas weit weg, da braucht es lange Arme. Doch die Reduzierung bei den Knöpfen und Schaltern sowie die Logik haben bei Kia still, leise und ohne grosses Marketing-Theater Einzug gehalten. Natürlich ist im Stonic alles dabei, was es für Connectivity und so heute braucht, ohne geht es ja anscheinend nicht mehr.

7 Jahre Garantie

Weiter vorne knurrt ein 3-Zylinder mit einem Liter Hubraum mit 120 PS und einem maximalen Drehmoment von 172 Nm zwischen 1500 und 4000/min. Übermotorisiert ist man damit nicht, der etwas unter 1300 Kilo schwere Stonic beschleunigt in etwas über 10 Sekunden auf 100 und rennt maximal 185 km/h schnell. Doch man kommt mehr als nur anständig vorwärts, auch über den Berg.

Bei höheren Drehzahlen wirkt der Dreizylinder etwas angestrengt, doch weil das manuelle 6-Gang-Getriebe gut auf die Charakteristik des Turbo abgestimmt ist, lässt sich solches mit einer entspannten Fahrweise problemlos vermeiden. Nicht vermeiden lassen sich die etwas häufigeren Besuche an der Tankstelle, 7 Liter im Schnitt sind etwas viel für das Leistungsvermögen des Stonic (gemäss Werk: 5,0 Liter). Zumal er ja nur ein Fronttriebler ist, mit Allrad gibt es den Koreaner nicht.

Was man wirklich braucht: 7 Jahre Garantie. Dieses Rundumwohlfühlpaket bietet weiterhin kein anderer Hersteller, und allein schon das Gefühl, dass da für eine kleine Ewigkeit keine überraschenden Kosten kommen werden, ist ein unbedingt geldwerter Aspekt. Willkommen in der Realität. Überhaupt, der Preis: Der Kia Stonic ist ab 19’700 Franken zu haben, da kostet die direkte Konkurrenz teilweise deutlich mehr.