Meinungen

Klare Meinung

Das Krisenjahr 2020 hat den aktiv anlegenden Fondsmanagern Auftrieb gegeben. Nun liegt es an ihnen, den Vorteil zu nützen. Ein Kommentar von FuW-Redaktor Pascal Meisser.

«Zwei von drei Fondsmanagern haben den Markt zum Teil deutlich übertroffen. Das ist kein Zufall.»

Teuer, schlechte Rendite, schlicht unnötig.  Die Meinungen zu ­aktiv gemanagten ­Aktienfonds waren in den vergangenen Jahren oft schnell gemacht. Das Aufkommen der äusserst günstigen und effizienten passiven Fonds, der ETF, hat viel Bewegung in den Anlagemarkt gebracht. Ausgerechnet das Krisenjahr 2020 zeigt aber: Je schwieriger das Börsenumfeld, desto mehr kommen aktive Anlagestrategien zur Geltung. Zwei von drei Fondsmanagern haben mit ihren Nebenwertefonds den Markt zum Teil deutlich übertroffen.(Lesen Sie hier mehr.»)

Diese Erfolgsquote ist alles andere als Zufall. In einer Hausse werden fast alle Aktien nach oben getrieben. Erst in der Krise trennt sich die Spreu vom Weizen (Weizen 209.85 +0.21%). Es hat sich im Coronajahr ­exemplarisch gezeigt, dass Qualitätstitel sich deutlich schneller vom Einbruch erholen können als Valoren hoch verschuldeter Unternehmen. Die starken Unternehmen zu finden und frühzeitig darin zu investieren, das ist die Aufgabe der Fondsmanager, und dafür werden sie bezahlt.

Ja, nicht alle Vermögensverwalter erfüllen wirklich ihren Job. Einige Fonds sind unverschämt teuer, andere schaffen es über Jahre hinweg nicht, wenigstens eine marktgerechte Rendite zu erwirtschaften. Das sind Geldverwalter, die nicht wirklich eine eigene Meinung und Strategie haben. Die können Anleger getrost links ­liegen lassen. Zum Glück gibt genug andere Fondsmanager, die seit Jahren eine klare Strategie verfolgen und im Dialog mit den Unternehmen stehen. Auch dank ihrer klaren Meinung zum Markt und zu den Aktien tauchen sie immer wieder in den Bestenlisten auf. Auch das ist kein Zufall.