Es überrascht nicht, dass die Rangliste der reichsten Länder der Welt von westlichen Industriestaaten angeführt wird. Marktwirtschaftliche Systeme dominieren – auch wenn sie immer wieder schlechtgeredet werden. Sie generieren, seit Jahrzehnten übrigens, den höchsten Wohlstand. Gemäss dem Ranking der Plattform Visualcapitalist.com (die Zahlen basieren auf Angaben des IWF) stand Luxemburg 2020 mit grossem Abstand an der Spitze. Das Land realisierte ein Brutto­inlandprodukt (BIP) pro Kopf von mehr als 109 000 $. Auf Rang zwei schon folgte die Schweiz mit fast 82 000 $, entsprechend allerdings einem erklecklichen Rückstand von rund 25% auf den Leader. Auf den Rängen eins bis vier liegen durchweg kleine Länder aus Westeuropa. Erst auf Rang fünf folgt mit den USA die erste grosse globale Wirtschaftsmacht. In den Top Ten finden sich lediglich drei (kleine) EU-Staaten. Die grossen EU-Länder Deutschland und Frankreich folgen erst auf den Rängen 15 bzw. 21. Japan erreicht gar nur Rang 23. Schiere Grösse eines Landes und Zugehörigkeit zu einem grossen Wirtschaftsblock garantieren also noch keineswegs hohen Wohlstand. Die ärmsten Länder der Welt erreichen nur einen Bruchteil der Werte der führenden. So betrug das BIP pro Kopf von Luxemburg im Berichtsjahr gut das 416-Fache von dem des ärmsten Landes, Burundi. Die fünf wirtschaftsschwächsten Länder liegen alle in Afrika.