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Meinungen

Kleiner Vorgeschmack

«Das Federal Reserve wird die Zinsen erhöhen, bis ein Unfall geschieht.»
Börsenrumpler wie vergangene Woche dürften häufiger werden. Ein Kommentar von FuW-Redaktor Gregor Mast.

Die Börsen werden volatiler. Es gibt kaum einen Jahresausblick eines Vermögensverwalters, in dem dieser Satz fehlt. Nur scheint er derzeit berechtigter als auch schon. Das liegt am geldpolitischen Rückzug der US-Notenbank, die nicht nur die Zinsen erhöht, sondern sich auch überlegt, wie sie ihre aufgeblähte Bilanz normalisieren kann. Grössere Korrekturen oder gar das Ende einer Hausse wurden in der Vergangenheit meist durch ein restriktiveres monetäres Umfeld eingeläutet.

Einen kleinen Vorgeschmack erhielten Anleger in den letzten Tagen. Es ist noch keine zwei Wochen her, da sank die Volatilität an den Börsen auf ein Mehrjahrzehntetief. Doch dann kochte die Affäre zwischen dem geschassten FBI-Chef James Comey und US-Präsident Donald Trump hoch. Die Börsen reagierten aus Angst vor weiteren politischen Kapriolen weltweit mit Abgaben.

Das Federal Reserve wird die Zinsen erhöhen, bis ein Unfall geschieht. Das sagte Richard Koo, Chefökonom des Nomura Research Institute, kürzlich an einer Veranstaltung in Zürich. Er hat recht. Natürlich weiss niemand, wann die Geldpolitik restriktiv genug ist, um den Börsen das Genick zu brechen. Nach acht Jahren extremster Stimulierung scheint indes klar, dass die Aktienmärkte verwundbarer sind als in vergangenen Zyklen.

Gegenwärtig herrscht an den Märkten aber noch eitel Sonnenschein. Die Wirtschaft wächst, die Unternehmensgewinne ziehen an, wichtige Zentralbanken bleiben expansiv. Das ist die Mischung, die Anleger mögen. Dennoch sollten sie nicht zu sorglos werden. Im September dürfte die Europäische Zentralbank beginnen, die Anleihenkäufe zurückzufahren. Das könnte durchaus den nächsten Rumpler auslösen.