Märkte / Makro

Kof etwas weniger pessimistisch

Zwar erwartet die Konjunkturforschungsstelle Kof einen Einbruch der Schweizer Wirtschaft. Doch der Rückgang dürfte etwas weniger scharf sein.

(AWP) Die Coronakrise wird eine tiefe Rezession in der Schweiz auslösen. Die Konjunkturforschungsstelle Kof der ETH Zürich rechnet mit einem Absturz des Bruttoinlandproduktes (BIP) im laufenden Jahr um 5,1%, wie sie am Dienstag mitteilte.

Sie ist damit aber etwas optimistischer geworden. Bei der letzten Schätzung, die vor einem Monat publiziert wurde, hatten die Kof-Ökonomen noch einen Rückgang von 5,5% vorhergesagt.

Im nächsten Jahr dürfte sich die Schweizer Wirtschaft dann um 4,3% erholen. Bisher war für 2021 ein deutlich höheres Wachstum von 5,4% prognostiziert worden.

Am Arbeitsmarkt wird die Krise ebenfalls deutliche Spuren hinterlassen: Die durchschnittliche Arbeitslosenquote dürfte dieses Jahr bei 3,6% liegen, dann 2021 aber auf 4,6% ansteigen. Zum Vergleich: 2019 lag die Arbeitslosenquote im Jahresmittel bei 2,3%.

Massiver Umsatzrückgang erwartet

Die Kof stützt sich bei ihrer Prognose unter anderem auf eine Befragung von über 3000 Unternehmen. Demnach gehen drei von vier Unternehmen in der Schweiz von einem Umsatzrückgang im laufenden Jahr aus. Im Schnitt werde ein Rückgang um ein Fünftel erwartet, so die Kof. Für gut ein Zehntel der Firmen seien die Folgen der Krise so heftig, dass sie ihre Existenz als stark oder sehr stark gefährdet ansehen würden.

Vor der Kof hatte am Dienstag bereits das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) eine aktualisierte Konjunkturprognose veröffentlicht. Laut dieser wird sich das BIP 2020 um 6,2% zurückbilden, und für 2021 wird ein Wachstum von 5,3% angenommen.