Unternehmen / Industrie

Konzessionen im Machtkampf um Schmolz + Bickenbach

Martin Haefner verzichtet darauf, zwei Kandidaten als neue Verwaltungsratsmitglieder aufzustellen.

(AWP/GAH) Im Machtkampf zwischen den Grossaktionären beim Stahlhersteller Schmolz + Bickenbach (STLN 0.14 2.94%) (S+B) macht Martin Haefner Konzessionen. Der Amag-Besitzer verzichtet auf die Bedingung, an der ausserordentlichen Generalversammlung vom 2. Dezember zwei Kandidaten als neue Mitglieder in den Verwaltungsrat wählen zu lassen.

Dies teilte S+B am Freitag in einem Communiqué mit. An der a.o. GV soll über eine Kapitalerhöhung im Gesamtbetrag von mindestens 189 Mio. und höchstens 350 Mio. Fr. abgestimmt werden, um dem in Geldnot steckenden Konzern das Überleben zu sichern.

Bedingungen für Kapitalerhöhung

Grossaktionär Martin Haefner will die Kapitalerhöhung unterstützen, hat aber dafür mehrere Bedingungen gestellt. So hat er sich verpflichtet, bis zu 325 Mio. Fr. einzubringen, falls er damit seinen Anteil von 17,5% auf mindestens 37,5% aufstocken kann.

Zudem verlangt Haefner bei S+B eine ausreichende Sicherheit für die Fremdfinanzierung sowie eine Ausnahmebewilligung der Übernahmekommission, damit Haefner kein Übernahmeangebot an die restlichen S+B-Aktionäre abgeben muss, wenn er die Beteiligungsschwelle von einem Drittel überschreitet. Eine solche Ausnahme kann laut Gesetz erteilt werden, «wenn die Beteiligungspapiere zu Sanierungszwecken erworben werden».

Überdies hatte Haefner verlangt, dass zwei Personen seiner Wahl in den Verwaltungsrat einziehen sollten. Diese letzte Bedingung lässt Haefner nun fallen, wie Schmolz + Bickenbach Freitag bekannt gab. Der S+B-Verwaltungsrat habe am Vortag von dem Verzicht Kenntnis genommen, hiess es.

Machtkampf ausgebrochen

Auf die Forderungen von Haefner ist ein Machtkampf zwischen ihm und Grossaktionärin Liwet Holding ausgebrochen, deren grösster Anteilseigner mit rund 45% der russische Investor Viktor Vekselberg ist. Liwet, die 26,9% an Schmolz + Bickenbach hält, will vier von sieben Verwaltungsräten rauswerfen und mit eigenen Leuten ersetzen.

Konkret forderte die Liwet Holding Anfang Woche eine ausserordentliche Generalversammlung zur Neubesetzung des Verwaltungsrates. Dabei sollen Verwaltungsratspräsident Jens Alder sowie die Verwaltungsräte Michael Büchter, Isabel Corinna Knauf und Adrian Widmer abgewählt werden.

Liwet schlägt vor, diese vier Verwaltungsräte durch die Zuwahl von vier neuen VR-Mitgliedern zu ersetzen. Diese sind Jürgen Geissinger, der neuer Präsident werden solle, Aldo Belloni, Inka Koljonen und Michael Süss.

Der Verwaltungsrat habe von dem Begehren von Liwet Kenntnis genommen, schrieb Schmolz + Bickenbach nun am Freitag, ohne sich inhaltlich dazu zu äussern: «Der Verwaltungsrat beauftragt den Vergütungsausschuss mit einer Beurteilung der von der Liwet Holding AG vorgeschlagenen Kandidaten», hiess es lediglich.

Die komplette Historie zu Schmolz + Bickenbach finden Sie hier. »