Die Entwicklung der Gesundheitskosten bzw. der Krankenkassenprämien ist ein sozialpolitischer Evergreen. Die Kosten und Prämien steigen anscheinend ohne Ende. Die neusten Zahlen zum Krankenversicherungsprämienindex des Bundesamts für Statistik bestätigen diesen Eindruck. Der Gesamtindex ist seit 1999 (Stand=100) bis 2020 auf 194,8 Punkte gestiegen, die Prämien haben sich also fast verdoppelt. Dabei sind die Prämien für die obligatorische Krankenpflegeversicherung stärker gestiegen als diejenigen für die Zusatzversicherungen. Dahinter steckt auch der Trend der Politik, immer mehr Leistungen der obligatorischen Grundversicherung aufzubürden. Die Krankenkassenprämien sind seit 2000 auch massiv stärker gestiegen als die Teuerung (sie betrug seither lediglich 8,1%). Die gesamten Gesundheitskosten sind nur geringfügig weniger stark gewachsen, sie weisen seit 2000 ein Plus von 86% auf gut 80 Mrd. Fr. (Stand 2018) auf; gemessen am Bruttoinlandprodukt erreichten sie einen Anteil von 11,2%, verglichen mit 9,1% (2000). Trotz der Abflachung des Prämienwachstums 2019/20 darf kaum auf eine Stabilisierung gehofft werden. Die Konjunkturforschungsstelle Kof der ETH rechnet für die kommenden Jahre wieder mit einem beschleunigten Wachstum der Gesundheitsausgaben. Die Prognosen sind wegen Corona jedoch mit erhöhten Unsicherheiten behaftet.