Meinungen

Krypto-Debakel

Bitcoin & Co. sollen im Prinzip als Absicherung gegen Schwächephasen im Aktienmarkt funktionieren. Doch die Rechnung geht nicht auf. Ein Kommentar von FuW-Chefredaktor Jan Schwalbe.

«Weder nach oben noch nach unten gibt es für Bitcoin eine richtige Grenze.»

Mit Kryptowährungen ist es so eine Sache. Man sucht verzweifelt nach Regeln, die einem die Prognose der Kursentwicklung erleichtern. Immer wenn man denkt, man habe sie gefunden, wird man eines Besseren belehrt. Ein Grund, warum auch institutionelle Anleger vermehrt darüber nachdenken, Kryptopositionen aufzubauen, ist die Hoffnung, dass sich Bitcoin & Co. nicht Hand in Hand mit dem Aktienmarkt bewegen, sondern als Absicherung funktionieren.

Auch wenn es für Bitcoin in die falsche Richtung lief, war das im November und Dezember noch der Fall. Während  S&P 500 und SMI (SMI 12'355.54 -1.63%) nochmals Gas gaben, fiel Bitcoin von annähernd 70’000 $ auf unter 50’000 $. Doch wer gedacht hatte, dass sich der Kurs in den ersten Tagen des Jahres, als der Aktienmarkt unter Druck stand, erholen wird, lag falsch. Bitcoin fiel weiter und kostet mittlerweile nur noch rund 42’000 $.

Zurück zu den Regeln. Eine Triebfeder für Bitcoin wie auch für Aktien waren die niedrigen Zinsen. Jetzt haben die Notenbanken ihren Kurs gewechselt bzw. tun dies Schritt für Schritt. Das macht Kryptowährungen per se ebenfalls unattraktiver. Ob das für den Markt ein Game Changer ist, bleibt offen. Doch gute Nachrichten sind das nicht.

Ich bleibe bei meiner Ansicht, die ich an dieser Stelle im Januar 2021 dargelegt habe. Richtige Spielregeln gibt es nicht. Das ist nicht nur ein Nachteil. Denn weder nach oben noch nach unten gibt es für Bitcoin eine richtige Grenze. Wer vor genau zwei Jahren investiert hat, der hat seinen Einsatz versiebenfacht. Wer weiter auf Bitcoin setzen will, der soll das tun und kann durchaus Erfolg haben. Doch bitte nur mit «Spielgeld».

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