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KTM Industries stellt sich neu auf

Die österreichische Fahrzeuggruppe verkauft den Komponentenhersteller Pankl Racing Systems an den Hauptaktionär Stefan Pierer.

Der an der SIX kotierte Motorrad- und Teilehersteller KTM Industries (KTMI 55 0.73%) ordnet sich neu. Das österreichische Unternehmen verkauft seinen Anteil an Pankl Racing Systems, einem Hersteller spezialisierter Komponenten für Rennwagen, Hochleistungsautomobile und für die Luftfahrt, an Pierer Industrie.

Pierer Industrie ist die private Holdinggesellschaft von Stefan Pierer, der rund 63% an KTM Industries hält und der Gesellschaft auch als CEO vorsteht.

Der Kaufpreis für den 98,2%-Anteil beträgt 130,5 Mio. €, wie KTM Industries am Montagabend mitgeteilt hat. Der Betrag entspreche dem Preis, der den Aktionären von Pankl Racing Systems im Rahmen des öffentlichen Übernahmeangebots bis März angeboten wurde, heisst es weiter. Die Transaktion soll noch im Juni abgeschlossen werden.

Fokussierung auf Zweiräder

Der Schritt lege die strategische und finanzielle Basis für eine noch stärkere Fokussierung von KTM Industries auf das Zweiradgeschäft, wird betont. Die Pankl-Gruppe habe nicht recht zu den Motorrad- und den Motorradteileaktivitäten von KTM Industries gepasst, räumt Stefan Pierer gegenüber «Finanz und Wirtschaft» ein.

Weil das Unternehmen gleichzeitig in das Gebiet der Elektromobilität vorstösst, habe eine Fokussierung nahegelegen, erklärt Pierer. KTM Industries hatte sich im September 2017 mit 49,9% an Pexco beteiligt, einer von der deutschen Unternehmerfamilie Puello im vergangenen Jahr gegründeten Gesellschaft mit Schwerpunkt Elektromobilität. Im laufenden Jahr wurde der Markteintritt mit E-Bikes der Marken Husqvarna und Raymon vollzogen. Angestrebt wird die Technologieführerschaft im Bereich abgasfreier Leichtgewichtfahrzeuge.

Verbesserung der Finanzlage

«Der Verkauf der Pankl-Gruppe hat für KTM Industries eine klar bessere Finanzstruktur zur Folge», betont der CEO weiter. Die Eigenkapitalbasis werde gestärkt, der Verschuldungsgrad vermindert, und auch das Zinsergebnis werde klar besser ausfallen. Letzteres erklärt sich damit, dass die gelösten Mittel teilweise für den Rückkauf einer ewigen Anleihe im Umfang von 60 Mio. € verwendet werden.

Ohne die Pankl-Gruppe wird sich auch die Ertragskraft von KTM Industries leicht erhöhen. Der Hersteller von Hochleistungskomponenten hatte im vergangenen Jahr aus 195 Mio. € Umsatz einen Betriebsgewinn (Ebit) von 11,8 Mio. € erzielt, was einer Marge von 6% entspricht. KTM Industries insgesamt hatte 1533 Mio. € umgesetzt und eine Ebit-Marge von 8,6% erzielt.

An der Börse hat die Meldung am Dienstag zunächst wenig bewegt. Nach einem verhaltenen Handelsauftakt notierten die Aktien am Nachmittag rund 3% niedriger. Das ist aber nur die halbe Geschichte: Am vergangenen Freitag waren sie in Zürich fast 11% gestiegen, ohne Neuigkeiten und zur grossen Überraschung des Unternehmens selbst.

Die komplette Historie zur KTM finden Sie hier. »

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