Unternehmen / Schweiz

Kudelski erwartet Halbjahresverlust

Wegen hoher Restrukturierungskosten hat das Tech-Unternehmen im ersten Semester einen Verlust erlitten. Der Ausblick auf 2018 werde jedoch beibehalten.

(AWP/CB) Das Technologieunternehmen Kudelski (KUD 9.62 3.44%) sieht sich beim Umbau seines Geschäfts auf gutem Weg. Wegen einer «höheren Saisonalität» des Geschäfts als in früheren Jahren und erheblicher Restrukturierungskosten – wobei die Restrukturierung selbst nach Plan verläuft – habe das Unternehmen im ersten Halbjahr 2018 aber sowohl einen operativen Verlust wie einen Reinverlust erzielt, teilte Kudelski am Mittwoch in einer Vororientierung zum ersten Halbjahr mit.

An seinem Ausblick auf das Gesamtjahr 2018 halte der Verschlüsselungsspezialist indessen unverändert fest, wie er in seiner Mitteilung weiter schreibt. Demnach erwartet Kudelski einen Betriebsgewinn von 30 bis 45 Mio. $ vor Restrukturierungskosten.

Transformation verläuft nach Plan

Die Transformation des Unternehmens mit der Verschiebung des Ertrags vom angestammten Digital-TV-Geschäft zu neuen Wachstumsinitiativen komme planmässig voran, schreibt Kudelski weiter. Im ersten Halbjahr seien die angekündigten Massnahmen umgesetzt und die geplanten anfänglichen Kostenreduktionen realisiert worden. Dabei seien aber substanzielle Restrukturierungskosten angefallen.

Kudelski quantifiziert sie nicht. Andreas Müller, Analyst der Zürcher Kantonalbank, geht insgesamt jedoch von rund 38 Mio. $ aus. Gemäss einer Notiz wird die ZKB die Schätzungen zum ersten Halbjahr nach unten anpassen. Die Prognose für das Gesamtjahr bleibe aber intakt. Müller rechnet unverändert mit einem Betriebsgewinn vor Restrukturierungskosten von 28 Mio. $, einem Wert also leicht unter dem Zielband von Kudelski selbst.

Als beruhigend bezeichnet Reto Amstalden, Analyst von Baader-Helvea, die heutige Meldung zu den Entwicklungen im ersten Halbjahr und zur kostspieligen strategischen Transformation in Richtung Cybersecurity/Internet of Things. Positiv wertet er vor allem, dass die Transformation unter Kontrolle bleibt, kostenseitig wie zeitlich, und dass die Jahresprognose vor Restrukturierung bestätigt wird. Angesicht gewisser Bedenken im Markt sei das wichtig gewesen.

Nichtsdestotrotz verlieren die Aktien Kudelski im frühen Mittwochshandel gut 4%.

Lizenzabkommen mit NFL Enterprises

Die Integration von Conax und Nagra sei nun vollzogen, was zu einem stärkeren Portfolio und der Vermeidung von Doppelspurigkeiten geführt habe. Zudem habe die Gruppe ihre Tätigkeit weiter gestrafft, wobei signifikante Effizienzgewinne vor allem in China, Frankreich, Norwegen, den USA und in der Schweiz erzielt worden seien.

Zudem wolle die Gruppe in der Lizenzierung von intellektuellem Eigentum weiter vorankommen. Kudelski habe deshalb ein umfassendes Patentlizenzierungsabkommen mit dem US-Sportvermarkter NFL Enterprises abgeschlossen. Finanzielle Details würden dabei jedoch nicht bekanntgegeben.

Derweil habe die Tochter Skidata ihre Marktführerschaft weiter konsolidiert. Sie verzeichne weiterhin ein positives Momentum, allerdings mit höherer Saisonalität als in den vergangenen Jahren. Gleichzeitig bewege sich das Unternehmen zunehmend aus dem traditionellen Pay-TV-Geschäft in den Bereich Cybersecurity und Internet of Things (IoT).

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