Unternehmen / Schweiz 14:50 - 01.03.2017

Kühne + Nagel wirft fast nichts aus der Bahn

Der Frachtspediteur gewinnt in rauem Umfeld stetig Marktanteile. In der Seefracht allerdings sinkt der Betriebsgewinn wegen der Schifffahrtskrise erstmals seit langem.
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Bruttogewinn
Entspricht in Industrieunternehmen dem Nettoumsatzerlös abzüglich der Herstellkosten für verkaufte Waren (Umsatzkostenverfahren). Für Banken errechnet sich der Bruttogewinn aus dem Erfolg des Zinsgeschäfts , dem Kommissions- und Dienstleistungserfolg, dem Handelserfolg und dem übrigen ordentlichen Erfolg nach Abzug des Geschäftsaufwands.
Börse
Regelmässig stattfindender, nach feststehenden Usanzen organisierter Markt. Je nach den gehandelten Gütern spricht man z. B. von Wertpapier-, Effekten-, Devisen-, Warenbörsen oder Börsen für derivative Instrumente (Terminbörsen ).
CEO
Angelsächsische Kürzel für Unternehmenschef (Chief Executive Officer), Leiter der Finanzabteilung (Chief Financial Officer), Leiter Anlagestrategie (Chief Investment Officer) sowie Leiter operatives Geschäft (Chief Operating Officer), die gemeinsam die Geschäftsleitung bilden.
Dividende
Der von einer Aktiengesellschaft je Aktie ausgezahlte Gewinnanteil. Die Dividende wird durch die Generalversammlung auf Antrag des Verwaltungsrats festgesetzt. Als Dividende werden auch die Auszahlungen an die Inhaber von Genuss- und Partizipationsscheinen bezeichnet.
Ebit
Ebit (Earnings before Interest and Taxes): Gewinn vor Zinsen und Steuern. Ebita: Ebit vor Goodwillabschreibung. Ebitda (Earnings before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization): Betriebsgewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen. Diese drei Varianten des Betriebsergebnisses zeigen die operative Ertragskraft besser auf als der publizierte Nettogewinn. Dieser kann ohne betriebliche Ursachen je nach Rechnungslegungsstandard , Beitrag des Finanzergebnisses (Zinsen in obigen Definitionen) und Steuerbelastung stark variieren. Nicht weitergeführte Aktivitäten werden meist aus dem betrieblichen Ergebnis herausgerechnet und fliessen als Ergebnis aufgegebener Tätigkeiten in das Nettoergebnis ein. Anderseits werden ausserordentliche Aufwendungen für Restrukturierungen oder Wertberichtigungen berücksichtigt, sofern sie betrieblich bedingt sind.
Insolvenz
Liegt vor, wenn ein Schuldner Zinszahlungen und Tilgung nicht fristgerecht und vollständig leistet. Gemäss der Praxis der Ratingagenturen gilt eine Zahlungsverzögerung von mehr als dreissig Tagen als Default. Der Default bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass der Gläubiger das ganze Kapital verliert, weil im Zuge des Konkursverfahrens meist eine Konkursdividende ausgeschüttet wird. Bei Kreditderivaten gilt der Default als Kreditereignis . Anleihenumstrukturierungen (Exchangeables) gelten gemäss Ratingagenturen ebenfalls als Zahlungsausfall.
Konsumentenvertrauen
Umfrage zur Entwicklung der Einkommen und zum Ausgabeverhalten von Privathaushalten. Kein Frühindikator , weil die Konsumausgaben in einem Konjunkturaufschwung erst verzögert anziehen.
Kurs
Börsen- oder Marktpreis von Wertpapieren , Devisen , Münzen oder Waren. Der Kurs schwankt je nach Angebot und Nachfrage.
Kurs-Gewinn-Verhältnis
Aktienkurs im Verhältnis zum erwirtschafteten oder erwarteten Gewinn pro dividendenberechtigte Aktie . Die Kennzahl zur Aktienbewertung gibt an, wie viel Mal der Gewinn pro Aktie im Aktienkurs enthalten ist. Anhand des KGV können verschiedene Titel innerhalb einer Branche verglichen werden.
Marge
1. Differenz zwischen den Aktiv- und den Passivzinsen einer Bank (Zinsmarge ). 2. Differenz zwischen dem Geldkurs und dem Briefkurs eines Wertpapiers (Geld-Brief-Spanne ). 3. Bareinschuss (Initial Margin , Variation Margin ) bei Futures oder CDF (Sicherheitsmarge). 4. Ergebnis (meist das operative) im Verhältnis zum Umsatz (Return on Sales, RoS).
OECD
Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, die 34 Industrieländer umfasst und die Aufgabe hat, Politikberatung und Wirtschaftsforschung zu betreiben.

Kühne + Nagel hat 2016 etliche Bestmarken erreicht, unter anderem einen Rekordgewinn. Zugleich erhöht der Transportlogistiker die Dividende mehr als von den meisten Analysten erwartet, nämlich um 10% auf 5.50 Fr. Damit schüttet der über hohe Barmittel verfügende Konzern 92% des Gewinns aus. Daraus ergibt sich eine attraktive Rendite von aktuell 4%.

Trotzdem kamen die Resultate an der Börse nicht gut an. Bereinigt um Sondereffekte, unter anderem einen Erlös aus einem Immobilienverkauf, waren die Erwartungen nur knapp erfüllt worden. Auch die gemessen am derzeit bescheidenen Branchenwachstum hohe Bewertung mag eine Rolle gespielt haben. Bezogen auf den geschätzten Gewinn 2017 sind Kühne + Nagel mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 22 eingestuft.

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