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Kühne+Nagel-Grossaktionär erwartet tiefe Einschnitte

Klaus-Michael Kühne, Mehrheitseigner des Frachtlogistikers, rechnet mit einem schwachen Ergebnis für 2020 und einem erheblichen Stellenabbau.

(AWP) Dem Logistikkonzern Kühne+Nagel drohen als Folge der Coronavirus-Krise tiefe Einschnitte. «Es könnte sein, dass die Gruppe am Ende 20 bis 25% weniger Mitarbeiter haben wird als vorher», sagte Mehrheitsaktionär Klaus-Michael Kühne der deutschen Zeitung «Welt» vom Samstag (Ausgabe, 23.05.).

Vor allem gewerbliche Stellen in den Lagerhallen dürften vom Abbau betroffen sein. «Wir werden kleiner aus der Krise herauskommen, als wir es vorher waren», sagte Kühne. Es werde einen Abschmelzungsprozess und eine Redimensionierung geben. Derzeit beschäftigt die Gruppe weltweit rund 83’000 Mitarbeiter.

Eine erhebliche Erleichterung für das Unternehmen sei sowohl in Deutschland als auch in anderen europäischen Ländern die Kurzarbeit. In Deutschland rechnet Kühne daher nicht mit Entlassungen. In den USA sei hingegen die Situation ohne das Kurzarbeitergeld anders.

Tieferes Ergebnis

Das Ergebnis der Gruppe werde im Jahr 2020 in jedem Fall deutlich schlechter ausfallen als im vergangenen Jahr, befürchtet der Grossaktionär. «Wir werden unsere Ansprüche reduzieren müssen.»

Zwar sei das Geschäft im ersten Quartal und insbesondere im März besser als erwartet gelaufen. Doch: «Die Momente der Wahrheit kommen von April bis Juni.» Die Transportmengen seien erheblich zurückgegangen und entscheidend bleibe, ob die weltweite Wirtschaft ab Juni allmählich beleben werde.

Das grösste Problem sei derzeit die Ungewissheit darüber, wie lange die Krise dauern und wie tief sie gehen werde. «Wir sind in mehr als 100 Ländern tätig und stark von der globalen Wirtschaft abhängig», so Kühne. Er rechnet für einige Jahre mit Rückschritten für die Wirtschaftsleistung.

Der von der Gruppe angekündigte Verzicht auf die Ausschüttung einer Dividende, kann Kühne verschmerzen. «Ich kann gut ohne Dividende auskommen». Wir haben viele Jahre hervorragende Gewinne gemacht. Der Milliardär muss den Berechnungen der Zeitung zufolge auf rund 300 Mio. Fr. Dividende verzichten.

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