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Kunststoffe im Fokus – bei Nutzung und Entsorgung muss sich vieles ändern

Der Trend zur Nachhaltigkeit wird in der Kunststoffbranche einen tiefgreifenden Wandel auslösen.

Maria Elena Drew, Director of Research, Responsible Investing

Positive und negative Auswirkungen von Kunststoffen

Seit ihrem Aufkommen zu Beginn des 20. Jahrhunderts sind Kunststoffe und Kunststoffverpackungen aus dem modernen Leben nicht mehr wegzudenken.

Die weltweite Nachfrage nach diesen (umgangssprachlich auch «Plastik» genannten) Materialien ist in den letzten 50 Jahren um das Zwanzigfache gestiegen. Laut Vorhersagen der Internationalen Energieagentur wird der Bedarf bis 2040 noch einmal um 45% steigen. Fast zwei Drittel des Wachstums dürften auf Asien entfallen.

Die allgemeine Begeisterung für Kunststoffe ist verständlich – als billige, leichte und strapazierfähige Materialien haben sie einen vielfältigen praktischen Nutzen. Wir wollen nur einige Beispiele nennen:

  • Weniger Nahrungsmittel wandern in den Müll
    durch Verlängerung der Haltbarkeitsdauer
  • Fahrzeugemissionen werden gesenkt
    durch Autos, die weniger wiegen
  • Energieeffizienz wird erhöht
    durch bessere Wärmedämmung von Gebäuden

Bei allen Vorzügen, die Kunststoffe besitzen, verursacht ihre massenhafte Nutzung jedoch ernste Probleme für die Umwelt, und für sie müssen Lösungen gefunden werden. Die meisten Kunststoffprodukte haben eine sehr kurze Lebensspanne (weniger als ein Jahr). Ihr natürlicher Zerfall kann dagegen laut Schätzungen bis zu 450 Jahre dauern. Das führt zu erheblichen ökologischen Belastungen, wenn keine sachgerechte Entsorgung erfolgt.

Wir sind vor diesem Hintergrund der Auffassung, dass es bei der Nachhaltigkeitsdebatte darum gehen sollte, wie und nicht ob wir Kunststoffe nutzen. Vor allem aber sollte die Frage der Entsorgung im Vordergrund stehen.

Welche Rolle können Kunststoffe in einer nachhaltigen Welt spielen?

Angesichts der Grössenordnung der Entsorgungsproblematik erwarten wir in der Kunststoffindustrie tiefgreifende Veränderungen, die sich in vier Punkten zusammenfassen lassen: (1) geringere Nutzung, (2) vermehrtes Recycling, (3) vermehrte Verbrennung (Energiegewinnung aus Abfällen) und (4) Substitution durch Kunststoff-Alternativen und/oder neue biologisch abbaubare Kunststoffe.

Beim Bemühen um eine Verringerung der Plastikabfälle stehen heute vor allem Einwegprodukte im Blickpunkt. In den zurückliegenden Jahrzehnten ging es dagegen hauptsächlich darum, den Materialeinsatz zu verringern, indem immer leichtere Kunststoffverpackungen entwickelt wurden. Inzwischen haben sich die Konsumgüterkonzerne alternativen Verpackungslösungen und/oder der Einführung recycelbarer Verpackungen zugewandt.

Weltweit werden nur 14% der Kunststoffverpackungen zur Wiederverwertung eingesammelt, und nur 10% werden dann tatsächlich recycelt.

Im Fokus: Kunststoffe und die Verpackungsbranche

Im Jahr 2017 hatten Kunststoffe einen Anteil von 36% am globalen Verpackungsvolumen. Wesentlicher Grund für den Nachfrageanstieg war die wachsende Zahl von Anwendungen, etwa bei Nahrungsmitteln und Getränken, Kosmetik, Haushaltspflege, Unterhaltungselektronik und im Baugewerbe. Die meisten Experten erwarten für die nächsten Jahre ein durchschnittliches Wachstum von etwa 4% p.a. Dabei dürfte der Nahrungsmittel- und Getränkebereich ein etwas höheres Wachstum verzeichnen als andere Kategorien.

Mit Sicherheit hat das Wirtschaftswachstum entscheidenden Einfluss darauf, wie sich die Nachfrage nach Kunststoffverpackungen weiterentwickelt. Auf der anderen Seite zeigen Aufsichtsbehörden, Unternehmen und Verbraucher alle ein Interesse daran, die Entsorgungsprobleme in den Griff zu bekommen. Dies gilt besonders bei Anwendungen im Nahrungsmittel- und Getränkebereich. Wir glauben, dass zwei Faktoren massgeblich über den Erfolg oder Misserfolg von Verpackungsunternehmen entscheiden werden: (1) innovative Produkte und (2) die Fähigkeit, ein Kreislauf-Geschäftsmodell zu entwickeln.

Fazit

Die massenhafte Nutzung von Kunststoffen und die Entsorgungsprobleme, die als negative Konsequenz daraus entstehen, stellen die Umwelt vor ernste Probleme, für die Lösungen gefunden werden müssen. Der negative Hype in den Medien – man könnte ja meinen, wir stünden kurz vor einem völligen Verzicht auf Kunststoffe – weckt jedoch aus unserer Sicht sehr unrealistische Erwartungen, auch hinsichtlich der Auswirkungen auf die betroffene Branche.
Wenn wir sagen sollten, welche Branchen von einem Trend zu mehr Nachhaltigkeit in welcher Weise betroffen sein könnten, fiele die Kunststoffbranche nicht in die Kategorie mit dem höchsten wirtschaftlichen Risiko. Das liegt daran, dass preiswerte Alternativen nicht ohne Weiteres verfügbar sind und dass viele der betroffenen Unternehmen zu Anbietern von Lösungen für die Entsorgungsprobleme werden dürften, die mit Verpackungsprodukten heute noch verbunden sind.

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