Märkte / Rohstoffe

China-Angst lässt Metallmärkte einbrechen

Die Konjunktursorgen um China haben die Preise für Kupfer und Eisenerz einbrechen lassen. Auch Rohöl wird billiger. Gold gewinnt.

Die Rohstoffmärkte schüttelt es durch. Während Gold und Silber diese Woche wieder gewinnen konnten, leiden die Metallmärkte und auch der Rohölpreis. Gold kostete mit 1360 $ je Feinunze zeitweise so viel wie seit sechs Monaten nicht mehr. Öl der Sorte WTI fiel zum ersten Mal seit Anfang Februar wieder unter 100 $ je Fass.

Der Kupferpreis hat seit Anfang Woche über 4% verloren, der Eisenerzpreis, gemessen am Handelspreis am chinesischen Hafen Tianjin, über 9%. Kupfer kostete zeitweise so wenig wie seit Juli 2010 nicht mehr. Heute Morgen haben die Kupfer-Futures in Schanghai den maximal möglichen Tagesverlust von 5,4% verzeichnet. Ein Hauptgrund scheint die Sorge um die Konjunktur in China zu sein. Der Abstieg der Metallpreise folgt dem Einkaufsmanagerindex (PMI) für China, der sich seit November letzten Jahres immer weiter verschlechtert. Die Volksrepublik stellt 40% der weltweiten Nachfrage nach Kupfer.

Handelszahlen enttäuschend

Die Handelszahlen aus China im Februar waren enttäuschend. Die Exporte sind um über 18% zum Vorjahr gefallen. Auch wenn der Effekt durch das chinesische Neujahr und sehr hohe Exportzahlen im Vorjahr verfälscht war, hat er Marktteilnehmer verunsichert.

Abgesehen von den Sorgen um die chinesische Produktion scheint der Zahlungsausfall der Anleihen des Solarherstellers Shanghai Chaori Schockwellen durch das Finanzsystem zu senden. Es wäre der erste Zahlungsausfall einer chinesischen Anleihe. Nun werden weitere Unternehmen verdächtigt, nahe einem Kreditausfall zu stehen. So steht nun ein möglicher Zahlungsausfalls von Baoding Tianwei Baobian Electric, einem Hersteller von Kraftwerksausrüstung, im Fokus der Anleger. Die Regierung in Peking will Zahlungsausfälle wohl zulassen, um den Anlegern vor Augen zu führen, dass Investitionen am Kreditmarkt nicht risikolos sind.

Kupfer ist Sicherheit auf dem Kreditmarkt

Das trifft vor allem den Kupfermarkt. Nach Meinung einzelner Analysten werden 60 bis 80% des nach China importierten Kupfers als Sicherheit für Kredite im Schattenfinanzwesen verwendet. Da die Kreditgeber in China nun vorsichtiger werden, scheinen bestehende Kredite nicht verlängert zu werden. Das als Sicherheit hinterlegte Kupfer muss dann vom Kreditnehmer auf dem Markt abgestossen werden.

Dazu kommen bei Kupfer eine deutlich höhere Produktion als erwartet sowie hohe Lagerbestände. So wurden die Schätzungen der Citigroup für die Produktion im vierten Quartal 2013 um über 7% übertroffen. Laut einem Bericht von Reuters sind etwa die Lagerbestände, die der Terminbörse Schanghai gemeldet sind, seit Januar um 65% gestiegen.

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