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Kuros plant Kapitalerhöhung

Der Medizinaltechniker will mit dem frischen Kapital eine beschleunigte Lancierung des Knochentransplantatprodukts MagnetOs.

(RB/AWP) Kuros BioSciences (KURN 2.11 0%) plant eine Kapitalerhöhung im Volumen von 15 Mio. Fr. Sie beruft für den 5. Oktober eine ausserordentliche Generalversammlung ein, um von den Aktionären grünes Licht für die Ausgabe von bis zu 9 Mio. neuen Titeln zu erhalten.

Die Mittel aus der Kapitalerhöhung sollen für eine beschleunigte Lancierung des Knochentransplantatprodukts MagnetOs verwendet werden, wie es in der Mitteilung vom Freitag heisst.

Coronapandemie führt zu Verzögerungen

Bereits vor einem knappen Jahr hatte Kuros das Aktienkapital um 6,5 Mio. Anteilsscheine aufgestockt und damit 12,5 Mio. Fr. eingenommen. Schon damals wollte das kleine Unternehmen im Schnittbereich zwischen Medizinaltechnik und Pharma die Verkaufsorganisation ausbauen.

Wie CFO Michael Grau gegenüber «Finanz und Wirtschaft» erklärt, konnte der ursprüngliche Plan wegen Corona nicht voll umgesetzt werden. «Wir wollen das Verkaufsteam nun weiter aufstocken», sagt er.

Auch die Phase-II-Studie mit dem zweiten Produkt, Fibrin-PTH, konnte wegen der Pandemie nicht wie geplant schon Anfang Jahr starten, sondern erst vor ein paar Tagen. Die Aktienkapitalerhöhung soll auch die Vorbereitungskosten für eine klinische Phase-III-Studie mitfinanzieren. Fibrin PTH ist ein Gel, das bei Wirbelsäulenversteifungen eingesetzt werden soll. Die Studienresultate erwartet Grau für Ende 2021/Anfang 2022.

Kuros-Produkt überlegen

MagnetOs ist ein Granulat, das ebenfalls bei solchen Operationen sowie weiteren Eingriffen an Knochen zum Einsatz kommt. Im ersten Halbjahr sind die Verkäufe um 42% auf 1,3 Mio. Fr. gestiegen. Für die zweite Jahreshälfte rechnet Grau mit einem ähnlichen Wachstum.

Da sich MagnetOs in verschiedenen Studien dem führenden Konkurrenzprodukt als überlegen erwiesen hat, ist Kuros zuversichtlich, dass sich ein Ausbau der Verkaufsorganisation lohnt. Auf Basis der derzeitigen Entwicklung bei diesem Produkt dürfte MagnetOs per Ende 2022 cashflowpositiv werden.

«Wenn wir Fibrin PTH in der Phase III mit einem Partner weiterentwickeln, dann wäre die aktuelle Kapitalerhöhung voraussichtlich die letzte, bevor wir die Rentabilitätsschwelle erreichen», sagt Grau. Falls das Unternehmen sein zweites Produkt allein bis zur Zulassung führen wollte, wären weitere Mittel nötig. Der CFO rechnet nicht damit, dass der Ertrag von MagnetOs ausreichen würde, um eine Phase-III-Studie für Fibrin PTH zu finanzieren.

Kapitalverwässerung von bis zu 40%

Für die nun angekündigte Aktienkapitalerhöhung ist Grau zuversichtlich. An der letzten Investorenpräsentation hätten mehrere Aktionäre signalisiert, das Unternehmen auch in Zukunft begleiten zu wollen.

Wenn es Kuros gelingt, die maximale Zahl von 9 Mio. neuen Titeln zu platzieren, resultiert eine Aktienkapitalverwässerung von 40%. Der Kurs gab am Freitag nach der Ankündigung mehr als 8% nach.

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