Eingeloggt Nicht eingeloggt Suche E-Mail Leseliste Aktiv auf Leseliste Drucken Uhr E-Mail Term-Tag Arrow Left Arrow Right Arrow Down Arrow Up Charts Lock Abo Circle Circle Open Six Exchange Six Exchange Facebook Twitter Linkedin Xing Googleplus Whatsapp
Meinungen

Kurze Ruhe für den Franken

«SNB-Präsident Thomas Jordan verströmt Zuversicht, doch seine Lage ist verzwickt.»
Die SNB hat die Geldpolitik nicht weiter gelockert. Sie hofft, dass die Entspannung am Devisenmarkt andauert, doch die Pläne des Fed könnten den Druck auf den Franken erhöhen, schreibt FuW-Ressortleiter Philippe Béguelin.

Die SNB hat den Negativzins nicht verschärft. Das ist erfreulich und hebt sie wohltuend ab von der übereifrigen Europäischen Zentralbank – auch wenn diese die Geldpolitik in der Vorwoche weniger lockerte als erwartet. Während die EZB weiterhin warnt, setzte die SNB an der vierteljährlichen Lagebeurteilung am Donnerstag auf das Prinzip Hoffnung. Die Änderung ihres Tonfalls ist frappant, denn mit dem Mindestkurs, also bis Anfang 2015, betonte das Direktorium durchweg Risiken und Gefahren.

Jetzt nicht mehr. Wenn die US-Notenbank den Leitzins nächsten Mittwoch erhöhe, sei das ein Zeichen für die Normalisierung der Geldpolitik und die Robustheit der Wirtschaft, sagt SNB-Präsident Thomas Jordan. Die Hoffnung: Dank höheren Zinsen sollte der Dollar zulegen und Druck vom Franken nehmen.

Ob die Entspannung von Dauer ist, hängt am Ausblick der US-Notenbank. Sie könnte weitere Zinserhöhungen vertagen. Und seit 1970 sank der Dollar stets, wenn das Fed den Leitzins nach dem Tiefpunkt erstmals erhöhte. Passiert das erneut, dürfte der Aufwertungsdruck auf den Franken zu-, statt wie erhofft abnehmen.

Jordan verströmt Zuversicht, doch seine Lage ist verzwickt. Der Negativzins ist schon tief, wie die SNB selber sagt, und allzu viel Spielraum nach unten bleibt nicht, da sonst Bargeld gehortet wird. Der Fremdwährungsbestand in der Bilanz ist bereits hoch und damit ein Hemmschuh, um den Franken mit dem Kauf von Devisen über lange Zeit zu schwächen. Zudem ächzt der Werkplatz Schweiz weiterhin unter dem tiefen Wechselkurs.

Die bloss moderate Lockerung der EZB hat den Franken entlastet. Eine allzu moderate Straffung des Fed wird womöglich schon bald zur Bürde. Dann verfliegt die Hoffnung.