Es war während langer Zeit eine Art Totschlagargument gegen ein höheres Rentenalter: Die Schweizer würden im Durchschnitt schon vor dem regulären Pensionsalter aus dem Erwerbsleben ausscheiden. Aufdatierte Zahlen des Bundesamtes für Statistik zeigen allerdings, dass dies seit einiger Zeit nicht mehr der Fall ist. Schon seit 2011, weiter zurück reichen die geschlechterspezifischen Zahlen nicht, geben sowohl die Frauen als auch die Männer im Durchschnitt das Erwerbsleben nach dem regulären Rücktrittsalter von 64 bzw. 65 Jahren auf. Und: Die Tendenz ist steigend. Das durchschnittliche Austrittsalter erreichte 2018 im Total (FP 42.11 -4.78%) 65,5 Jahre. Die Frauen arbeiteten im Schnitt bis 65,2 und die Männer bis 65,8 Jahre. Trotz der stets längeren Erwerbsdauer und der im internationalen Vergleich ausgesprochen hohen Erwerbsquote verschlechtert sich das Verhältnis von Personen über 65 Jahren zu denjenigen von 20 bis 64 Jahren stetig. Im vergangenen Jahr entfielen auf hundert Erwerbspersonen bis 64 Jahre 34,8 über 65-Jährige. Dieser Wert ist seit 2000 rund 16% gestiegen. Der Trend setzt sich fort, es gibt keine Anzeichen eines Bruchs. So werden bis 2040 noch zwei Erwerbstätige auf einen Rentner kommen. Es leuchtet unmittelbar ein, dass das nicht tragbar ist. Abhilfe schaffen kann nur eine Erhöhung des allgemeinen Rentenalters. Die schweizerische Politik hat das offenbar noch nicht begriffen.