Die Lebenserwartung ist das zum Zeitpunkt der Geburt ­erwartete Alter. Diese Jahresanzahl wird namentlich aus aktuellen Sterberaten ermittelt. Weil sie nur die Vergangenheit abbilden, fliessen zusätzlich Schätzungen mit ein, die anhand äusserer Einflüsse das künftig zu erreichende Alter bestimmen. Das können bspw. Umweltfaktoren sein oder Veränderungen im Gesundheitswesen. Die durchschnittliche Lebenserwartung ist also kein gemessener Wert, sondern eine Vorhersage. Die  Menschen In Hongkong haben’s Zahlen der Uno zufolge besonders gut: Im Durchschnitt darf nun mit 85,3 Jahren gerechnet werden (Frauen 88,2 Jahre, Männer 82,4). Die Schweiz auf Rang vier ist auch «langlebig»: 84,3 Jahre (Frauen 86, Männer 82,4). Die versicherungs­mathematischen Konsequenzen dieser so hoch gestiegenen (und weiter steigenden) Lebensdauer liegen auf der Hand, doch Gesellschaft und Politik sind Meister im Verdrängen, just in der Schweiz. Die Lebenserwartung ist in erster Linie ein Ergebnis der Lebensumstände; bedeutsam sind etwa konstante und ausgewogene Ernährung, sauberes Trink­wasser und gute medizinische Versorgung. Diese Faktoren werden massgeblich politisch beeinflusst: Lebenserwartung und Lebensstandard sind ein Tandem. Der Vergleich der ­ethnisch eng verwandten Einheiten Hongkong, Macao, Singapur, Taiwan und China ist insofern reizvoll vielsagend.