Die Kursgrafiken zeigen das Dilemma, in dem sich der jetzt kaufwillige Investor befindet. Es hätte über die vergangenen zwölf Monate viel bessere Momente zum Kaufen gegeben. Doch nur die wenigsten konnten sie nutzen. Der Frühling 2020 war deshalb zum Kaufen so ideal, weil die Börsenstimmung vor dem Absturz euphorisch gewesen war. Bei aufgeheizter Stimmung konzentrieren sich die Investoren auf Details. Sie beachten zeitnah feststellbare Entwicklungen, treffen Ad-hoc-Entscheidungen und nehmen kurz­fristig motivierte Optimierungen vor. Die schon sichtbaren Anzeichen für die hintergründigen, grösseren Entwicklungen gehen dabei unter.

Momentum im Blick

Gesättigte Trends verlieren an Momentum. Dieses kann jeder einfach messen, indem er die Distanz der Kurse zu einem gleitenden Durchschnitt beobachtet. Das Momentum ist hoch, wenn sich die Kurse weit entfernen. Seit September ist das nicht mehr in grösserem Masse der Fall. Genau das ist aber der Punkt: Bei gesättigten Verhältnissen nimmt die mittelfristige Dynamik ab. Weil dem Markt diese Führungsschienen dann fehlen, wird er nachrichtensensitiver, die Schwankungen werden grösser, ebenso die kurzfristigen Handlungsanreize. Diese Eigenschaft macht ihn dann für ein anderes Publikum interessant, und der Kreis schliesst sich.

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