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LafargeHolcim winkt bei BASF-Bauchemie ab

Der Baustoffhersteller verabschiedet sich wegen Bewertungsfragen aus dem Bieterrennen um die BASF-Bauchemie.

(AWP/BA) Der Schweizer Baustoffhersteller LafargeHolcim (LHN 35.25 2.92%) ist Kreisen zufolge nicht mehr am Kauf des Bauchemiegeschäfts von BASF (BAS 42.635 0.42%) interessiert. Damit sei der letzte Interessent aus dem Unternehmenslager abgesprungen, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg mit Verweis auf Insider. LafargeHolcim wollte die Meldung auf Anfrage der FuW nicht kommentieren. Die Aktien gehörten am Donnerstag zum Börsenstart zu den grössten Gewinnern im Swiss Market Index (SMI (SMI 9256.89 0.9%)).

Inoffizielle Quellen bestätigten allerdings gegenüber der «Finanz und Wirtschaft», der Baustoffkonzern habe sich zurückgezogen. LafargeHolcim habe die von BASF angestrebte Bewertung des Bauchemie-Geschäfts als zu hoch erachtet. An der Strategie, das vierte Konzern-Segment, «Lösungen und Produkte», auszubauen, werde LafargeHolcim festhalten.

Zuletzt wurde für die BASF Bauchemie für die Bewertung über eine Summe von rund 3 Mrd. € spekuliert. Bereits im September hatte sich Standard Industries, der Partner von LafargeHolcim bei diesem Vorhaben, zurück gezogen.

Wie bereits bekannt, will sich BASF von dem Bereich trennen. Auf einer Investorenkonferenz Ende September sagte Konzernchef Martin Brudermüller, BASF wolle die Sparte bis Ende des Jahres verkaufen. Es gebe bestätigte Angebote, er erwarte bis Ende des Jahres, die Verträge zu unterzeichnen.

Bloomberg hatte im August berichtet, dass sich einige Finanzinvestoren aus dem Bieterverfahren zurückgezogen haben. Als Grund wurde genannt, BASF würde nicht ausreichende Informationen zur Sparte zur Verfügung stellen. Wie Bloomberg weiter berichtet, scheint jetzt noch der Finanzinvestor Cinven im Rennen zu sein. Cinven besitzt bereits ein ähnliches Geschäft und könnte auf Synergien hoffen, wenn beide Einheiten zusammengelegt werden.

Sprecher von LafargeHolcim, BASF und Cinven haben sich auf Anfrage von Bloomberg dazu nicht äussern wollen.

Im vergangenen Jahr hat das Bauchemiegeschäft von BASF dem Unternehmen einen Umsatz von 2,4 Mrd. € eingebracht, der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) lag bei 245 Mio. €.

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