Märkte / Makro 08:31 - 23.02.2017

Lagarde: Schuldenerlass für Griechenland nicht notwendig

Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, sieht Reformfortschritte im südeuropäischen Land.
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Eurozone
Von elf Staaten der Europäischen Union per 1. Januar 1999 realisierter Zusammenschluss (seit 2001 auch Griechenland, seit 2007 Slowenien, seit 2008 Malta und Zypern). Die Teilnehmer haben die geldpolitische Kompetenz der EZB übertragen. Die nationalen Währungen wurden gegeneinander (Wechselkursverhältnisse) und gegenüber der Einheitswährung Euro fixiert.
IWF
Wurde wie die Weltbank 1944 in Bretton Woods (USA) gegründet. Mitglieder sind die Regierungen. Der IWF fördert die internationale währungspolitische Zusammenarbeit und stellt den derzeit 185 Mitgliedern vorübergehend finanzielle Mittel zur Verfügung. Die Schweiz gehört ihm seit 1992 an.
Laufzeit
1. Lebensdauer eines Derivats oder einer Obligation . 2. Frist im Optionsgeschäft, während deren eine amerikanische Option ausgeübt werden kann.

(Reuters) Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, sieht keine Notwendigkeit für einen nominalen Schuldenerlass für Griechenland. Ein solcher «Haircut» genannter Schuldenschnitt sei nicht erforderlich, sagte Lagarde am Mittwoch in einem vorab aufgezeichneten Interview der «ARD-Tagessthemen». Zum Ende des aktuellen Hilfsprogramms 2018 benötige das Land aber Schuldenerleichterungen durch eine Verlängerung der Laufzeiten der Kredite seiner Euro-Partner. Insgesamt bescheinigte sie dem Land Reformfortschritte.

Griechenland müsse die zugesagten Reformen aber auch gesetzlich umsetzen, sagte Lagarde. Ausdrücklich nannte sie das Rentensystem und die Einkommensteuer sowie den Arbeitsmarkt. Der Grad von Schuldenerleichterungen sei davon abhängig, wie gut die Reformen umgesetzt würden und wie das Wirtschaftswachstum zum Ende des Hilfsprogramms 2018 ausfallen werde: «Je mehr Reformen, desto weniger Schuldenreduzierung.»

Unklar ist noch, ob der IWF finanziell in das Hilfsprogramm von bis zu 86 Mrd. € einsteigen wird. Die Reformfortschritte machten dies aber wahrscheinlicher, sagte Lagarde. Sie machte deutlich, dass der IWF für Griechenland keine Sonderregeln aufstellen könne, sondern sich an seine Regeln für Hilfsprogramme halten müsse. Der IWF bewertet die aktuelle Schuldenlast kritischer als die Eurozone. Die Euro-Finanzminister lehnen einen Schuldenerlass ab, der nach dem Europäischen Vertrag ohnehin nicht erlaubt sei.

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