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Lagarde: Schuldenerlass für Griechenland nicht notwendig

Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, sieht Reformfortschritte im südeuropäischen Land.

(Reuters) Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, sieht keine Notwendigkeit für einen nominalen Schuldenerlass für Griechenland. Ein solcher «Haircut» genannter Schuldenschnitt sei nicht erforderlich, sagte Lagarde am Mittwoch in einem vorab aufgezeichneten Interview der «ARD-Tagessthemen». Zum Ende des aktuellen Hilfsprogramms 2018 benötige das Land aber Schuldenerleichterungen durch eine Verlängerung der Laufzeiten der Kredite seiner Euro-Partner. Insgesamt bescheinigte sie dem Land Reformfortschritte.

Griechenland müsse die zugesagten Reformen aber auch gesetzlich umsetzen, sagte Lagarde. Ausdrücklich nannte sie das Rentensystem und die Einkommensteuer sowie den Arbeitsmarkt. Der Grad von Schuldenerleichterungen sei davon abhängig, wie gut die Reformen umgesetzt würden und wie das Wirtschaftswachstum zum Ende des Hilfsprogramms 2018 ausfallen werde: «Je mehr Reformen, desto weniger Schuldenreduzierung.»

Unklar ist noch, ob der IWF finanziell in das Hilfsprogramm von bis zu 86 Mrd. € einsteigen wird. Die Reformfortschritte machten dies aber wahrscheinlicher, sagte Lagarde. Sie machte deutlich, dass der IWF für Griechenland keine Sonderregeln aufstellen könne, sondern sich an seine Regeln für Hilfsprogramme halten müsse. Der IWF bewertet die aktuelle Schuldenlast kritischer als die Eurozone. Die Euro-Finanzminister lehnen einen Schuldenerlass ab, der nach dem Europäischen Vertrag ohnehin nicht erlaubt sei.