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Lagarde warnt vor Selbstzufriedenheit im Umgang mit Coronakrise

Laut EZB-Chefin gebe es für die europäischen Regierungen und die Europäische Zentralbank «keinen Spielraum, sich auszuruhen».

(Reuters) Die Erholung der Wirtschaft nach dem beispiellosen Absturz im zweiten Quartal infolge der Corona-Krise ist laut EZB-Chefin Christine Lagarde nach wie vor uneinheitlich und unvollständig. Daher gebe es für die europäischen Regierungen und die Europäische Zentralbank (EZB) «keinen Spielraum, sich auszuruhen», sagte sie am Freitag auf einer Pressekonferenz nach einem Treffen mit den EU-Finanzministern. «Keine Selbstzufriedenheit!» «Unsere konjunkturstützende Geldpolitik braucht die Unterstützung der Fiskalpolitik, und niemand von uns kann sich gegenwärtig Selbstzufriedenheit leisten.»

Die Hilfen müssten bis zum Ende der Krise aufrecht erhalten werden. «Nach unserer Projektion werden wir vor Ende 2022 in der Eurozone nicht zur Vor-Covid-Situation zurückkehren», sagte die EZB-Chefin. Die Euro-Notenbank hat wegen des Konjunktureinbruchs infolge der Coronavirus-Pandemie umfangreich Stützungsmassnahmen auf den Weg gebracht. Im Juni stockte sie ihr «PEPP» getauftes Notfall-Anleihenkaufprogramm um 600 Mrd. € auf 1,35 Bio. € auf. Über ihre grossen Geldsalven – im Fachjargon «TLTRO» genannt – sorgt sie zudem für reichlich Liquidität im Bankensystem. Die EU-Staaten hatten sich im Juli geeinigt, für einen EU-Wiederaufbaufonds nach der Pandemie insgesamt 750 Mrd. € bereitzustellen – 390 Mrd. € als direkte Zuschüsse und 360 Mrd. € als Kredite.

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