Märkte / Immobilien

Langfristige Hypotheken ­werden teurer

Die Zinsen für zehnjährige Hypothekarkredite sind ein wenig gestiegen. Grund dafür ist der Aufruhr an den Finanzmärkten.

Die langfristigen Hypothekarzinsen ziehen an. Der Richtsatz für zehnjährige Wohneigentumskredite ist seit Mitte Februar gestiegen. Die Zunahme beträgt im Durchschnitt der dreizehn von FuW regelmässig beobachteten Hypothekargeber 0,16 Prozentpunkte (16 Basispunkte).

Bei einigen Anbietern hat sich der Satz seit Anfang dieser Woche deutlich erhöht, so etwa bei Raiffeisen von 1,2 auf 1,42%, bei Swiss Life (SLHN 353 0%) von 0,85 auf 1,16% und bei Swissquote (SQN 84.5 1.81%) von 0,96 auf 1,21%. Drei andere Hypothekargeber haben den Zins für zehnjährige Kredite unverändert gelassen: die Pensionskasse des Kantons Zürich BVK, die Glarner Kantonalbank (GLKBN 29.6 0%) mit Hypomat und Zurich Insurance (ZURN 338.2 -0.53%). Die Angebote zu vergleichen, lohnt sich.

Grund für den Zinsanstieg sind die ­Turbulenzen an den Finanzmärkten, die auch die Hypothekarsätze durcheinanderwirbeln. Die für die Kredite der Banken massgebenden Swapsätze haben sich seit dem Tief vom 9. März – dem «schwarzen Montag» an den amerikanischen Börsen – ­erholt. Generell hat das Zinsniveau angezogen; wegen Notverkäufen von Fondsmanagern fallen die Kurse der Anleihen, und demzufolge steigen die Marktzinsen.

Die kurzfristigen Hypothekarzinsen haben sich hingegen kaum verändert. Zweijährige Baukredite kosten fast gleich viel wie Mitte Februar, für dreijährige ist der Satz bloss 1,5 Basispunkte gestiegen. Für die fünfjährige Laufzeit beträgt die ­Zunahme 6 Basispunkte.

Vor einem Monat lagen die zehnjährigen Sätze im Schnitt mit 0,98% noch unter der Marke von 1%, das war zuletzt im vergangenen September der Fall. Jetzt sind sie mit 1,14% immer noch günstig.

Womit müssen Wohneigentümer künftig rechnen? Die Weltwirtschaft steht vor einer Rezession, und diese wird auch die Schweiz erfassen. Der Bund prognostiziert, dass das hiesige Bruttoinlandprodukt ­dieses Jahr 1,3% schrumpft. In einem Wirtschaftsabschwung fallen normalerweise die Zinsen. Weil aber die Schweizerische Nationalbank ihren Leitzins von –0,75% wohl nur im Notfall noch weiter herabsetzen wird, ist das Potenzial für tiefere Hypozinsen begrenzt. Die langfristigen Sätze könnten indes durchaus wieder ein wenig sinken.