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Langläufer mögen Steuererleichterungen

Die US-Aktienmärkte reagierten enthusiastisch auf die von US-Präsident Trump über die sozialen Medien veröffentlichten Steuerkürzungspläne. Die Reaktion am Anleihemarkt fiel dagegen etwas zurückhaltender aus, weil die Anleger angesichts der möglichen Auswirkungen der Pläne ins Grübeln kamen.

Entgegen der weitverbreiteten Erwartungen schlugen langlaufende Staatsanleihen ihre kurzlaufenden Pendants über die letzten fünf Handelstage, wohl weil einige Investoren darauf spekulierten, dass sich die künftig geringeren Unternehmenssteuersätze und ein schnelleres Wirtschaftswachstum positiv auf Langläufer auswirken: Geringere Steuern könnten zu mehr Unternehmensinvestitionen und damit zu mehr Anlagevermögen führen, was wiederum die Renditen auf diesen nun grösseren Kapitalstock sinken lässt.

Die Folge: sinkende Anleiherenditen. Über die letzten zwölf Monate – eine Phase mit immerhin drei Zinsanhebungen und umfangreichen Bemühungen, die US-Wirtschaft anzukurbeln – haben langlaufende Staatsanleihen 10% Rendite erwirtschaftet, mehr als bei allen anderen Laufzeitbändern.

Weltweit erwarten die Anleger das Treffen der US-Notenbank (Fed) am nächsten Freitag. Der Markt geht nahezu sicher von einem Zinsschritt von 25 Basispunkten aus. Die nächste Zinsbewegung durch die Fed ist jedoch deutlich ungewisser, da der Terminmarkt und die Fed unterschiedliche Erwartungen einpreisen (lesen Sie mehr dazu weiter unten).

Der US-Dollar sendete über die letzten fünf Handelstage gemischte Signale, weil die Datenlage – trotz des Optimismus bezüglich der Steuerpläne – glanzlos blieb: Obwohl die privaten Ausgaben sowie auch die Einkommensdaten im Oktober weiter stiegen, setzten sie doch den Trend des lediglich langsamen und stetigen Inflationswachstums fort.

Dies führte zu einer durchwachsenen Entwicklung beim US-Dollar, liess jedoch die Schwellenländer ihre Gewinnserie fortsetzen, insbesondere bei der Türkischen Lira.

Sie stieg gegenüber dem US-Dollar um 3% über die letzten fünf Handelstage, nachdem Standard & Poor’s verlauten liess, dass die Zinssätze in der Türkei um bis zu 100 Basispunkte ansteigen könnten. Die Inflation in der Türkei sprang im letzten Monat auf das höchste Niveau seit 2003.

Im Blickpunkt

Die Fed gegen den Markt – unterschiedliche Ansichten: Die US-Notenbank und die Anleger scheinen sich in Bezug auf einen Zinsschritt in der nächsten Woche vollkommen einig zu sein.

Das Bild für die Zeit danach sieht jedoch ganz anders aus. Wie in der untenstehenden Abbildung zu erkennen, sieht die Fed die Zinssätze im Median bei 2,12% zum Ende des Jahres 2018 und bei 2,688% zum Ende des Jahre 2019 – deutlich über den 1,85%, bzw. 1,98%, die der Terminmarkt jeweils impliziert.

Dies liegt zum Teil daran, dass die Fed von einer kurzen Phase niedriger Inflation ausgeht, während einige Investoren wie z.B. Western Asset davon nicht überzeugt sind und lieber bei der Zinsstruktur nach Orientierung suchen: Am Mittwoch den 6. Dezember lag der Zinsunterschied zwischen den 10- und den 30jährigen Staatsanleihen bei lediglich 37,8 Basispunkten und damit so tief wie seit Ende 2008 nicht mehr – ein Signal dafür, dass Wachstum und Inflation künftig relativ niedrig ausfallen dürften.

Klicken Sie hier, um zu erfahren, was Western Assets Ken Leech in der Zinsstrukturkurve liest und welche Möglichkeiten sich ergeben könnten.

Südafrikanischer Rand – politische Hoffnungen: Die südafrikanische Währung hat ihren Aufwärtstrend fortgesetzt: Seit Mitte November ist der Rand um 7,5% gestiegen.

Der sich hier manifestierende Optimismus basiert auf der starken Unterstützung des stellvertretenden Präsidenten Cyril Ramaphosa, der sich Hoffnungen machen darf, Präsident Zuma als Parteiführer abzulösen.

Er wird als marktfreundlich eingeschätzt und man erhofft sich aus der Personalie einen höheren Grad an Stabilität und seltenere Regierungsumbildungen.

Im März war der Rand noch abrupt abgerutscht, nachdem Präsident Zuma unerwarteterweise den früheren Finanzminister Pravin Gordhan entlassen hatte, während dieser sich zu einer Roadshow in London aufhielt.

Die Wahl der Parteiführung wird nach dem bevorstehenden Gipfeltreffen des Afrikanischen Nationalkongresses, der vom 16. bis 20. Dezember stattfindet, durchgeführt.

Der Rand stieg zudem, nachdem die Kreditwürdigkeit des Landes, wie erwartet, lediglich durch Standard & Poor’s nicht aber durch Moody’s herabgestuft wurde.

Im Abseits

Globale Korrelationen – die nackte Wahrheit: Die Korrelationen zwischen unterschiedlichen globalen Asset-Klassen sinken im Zuge der Erholung von der weltweiten Finanzkrise, in der nun eher die fundamentalen Entwicklungen statt eines einfachen «Risiko-an/Risiko-aus-Verhaltens» im Vordergrund stehen.

Der Internationale Währungsfonds hat erst kürzlich die Aufwärtsbewegung in der weltweiten Wirtschaftsaktivität mit einer globalen Wachstumsprognose von 3,6% in 2017 und 3,7% in 2018 bestätigt.

Wie aus der Abbildung ersichtlich ist, haben sich sinkende Korrelationen überwiegend positiv auf traditionell riskantere Asset-Klassen, wie Anleihen in Schwellenländern, ausgewirkt.

Die einzige Ausnahme stellt hier das Jahr 2013 dar, als die ersten Signale der US-Notenbank hinsichtlich zukünftiger Zinssteigerungen den Dollar haben aufwerten lassen und Schwellenländeranleihen damit geschadet haben.

Von dieser Periode einmal abgesehen haben Anlagen in Schwellenländern positiv auf fallende Korrelationen reagiert, da Investoren diese weniger als ein Mass für Risiko interpretiert als sie vielmehr zum Anlass genommen haben, sich stärker auf die Fundamentalwerte zu konzentrieren.

Britisches Pfund – Rosenkrieg: Das britische Pfund hat seinen ansteigenden Trend aus dem November gedreht: Bisher fiel es im Dezember um 0,8% angesichts zunehmender Spannungen über die Grenze zwischen der Republik Irland und Nordirland, die die Gespräche zwischen Grossbritannien und der Europäischen Union über die geplante Abtrennung des Landes vom europäischen Handelsblock deutlich erschwert haben.

Die Spannungen ergeben sich vor allem aus den Forderungen der nordirischen Democratic Unionist Party, die die Regierung der britischen Premierministerin Theresa May unterstützt, hinsichtlich der zukünftigen Ausgestaltung der Grenze zwischen Nordirland und der Republik Irland als EU-Mitglied.

Trotz aller Schwierigkeiten hat das Pfund wieder an Boden gutgemacht, seitdem die Briten sich im Juni letzten Jahres für einen Abschied aus der EU entschieden haben: Die Währung liegt derzeit 8% niedriger als zu diesem Zeitpunkt – im Vergleich zu den 18%, die sie in den sechs Monaten unmittelbar nach der Entscheidung verloren hatte.