Märkte / Immobilien

Erholung am US-Häusermarkt trotz Zinsanstieg

Die Pending Home Sales haben im November leicht angezogen, liegen aber unter den Erwartungen. Der US-Immobilienmarkt verkraftet die steigenden Hypothekarzinsen bislang gut.

Aktuelle Daten lassen auf eine weitere Erholung am US-Immobilienmarkt schliessen, wenn auch in kleinen Schritten. So sind im November mehr Verträge zum Weiterverkauf bereits bestehender Häuser abgeschlossen worden (Pending Home Sales) als im Oktober. Es ist die erste Zunahme seit fünf Monaten. Das Plus fiel mit 0,2% allerdings niedriger aus als von Ökonomen erwartet (+1%). Im Vergleich zum November 2012 resultierte gar ein Rückgang von 1,6%, wie die Maklervereinigung National Association of Realtors (NAR) mitteilte.

Der Chefökonom von NAR, Lawrence Yun, gibt sich für den weiteren Verlauf dennoch zuversichtlich: «Wir haben voraussichtlich ein Tief erreicht, die Erholung am Arbeitsmarkt wird 2014 für eine stabile Nachfrage sorgen.»

Hypothekarzinsen ziehen an

Vergangene Woche blieb bereits der Verkauf von neuen Einfamilienhäusern im November hinter den Erwartungen zurück. Allerdings ergab sich im Vergleich zum Vorjahresmonat eine Zunahme von knapp 17%, nachdem im Oktober so viele neue Einfamilienhäuser wie zuletzt Mitte 2008 verkauft worden waren.

Die Zahlen zeigen, dass der Immobilienmarkt die steigenden Hypothekarzinsen bislang gut verkraftet. Im Mai lag der durchschnittliche Zins für eine dreissigjährige Hypothek auf einem historisch tiefen Wert von 3,54%. Für die Woche vom 26. Dezember meldete der Hypothekenfinanzierer Freddie Mac einen Zins von 4,48%. Ökonomen erwarten, dass die Zinsen 2014 aufgrund der auslaufenden Anleihenkäufe des Fed weiter anziehen werden.

Hauspreise steigen

NAR zieht eine positive Jahresbilanz für den Immobiliensektor. Sie schätzt, dass die Häuserpreise 2013 rund 11,3% gestiegen sind. Wohneigentum trägt rund ein Viertel zum Vermögen amerikanischer Haushalte bei. Eine Preissteigerung wirkt sich daher günstig auf die gesamte Wirtschaft aus.

Nach dem Zusammenbruch des Immobilienmarktes 2007 stürzten die Hauspreise ins Bodenlose. Viele Eigentümer schuldeten den Banken mehr Geld, als die Immobilie noch wert war. Noch im zweiten Quartal dieses Jahres befand sich etwa ein Viertel der Immobilienbesitzer in dieser misslichen Lage.